Wiener Gschichten:

Nr.1: Die Angewandte



Neulich hab ich mich mit einem Typen verabredet in einem Lokal bei mir um die Ecke. An der Bar sitzend schleicht sich ein mageres etwas von Mann heran, setzt sich neben mich, reicht mir die nicht zum Rest passende männliche Pfote und bestellt sich dann sofort ein Krügerl.

Ich – kalorienbewusst und „auf meine mädchenhafte Taille achtend“ O-Ton: Blanche (Golden Girls) - sitz bei einem Weißen Spritzer, kettenrauchend wohlgemerkt.

Zeitsprung: 2 Stunden später

Nach einem Lokalwechsel, wir haben natürlich schwules Ambiente dem Heten-Lokal Mief vorgezogen, mittlerweile schon ziemlich angedüdelt, wird’s persönlicher zwischen ihm und mir.

Allerdings nicht in der Art von Verkostung des Mundgeschmacks des Gegenübers, sondern wirklich REDEN.

Welche Kategorien von Schwulen es denn gäbe? Wieso ich ihn das frage, weiß ich auch nicht mehr, auf alle Fälle liegen schon einige Weiße in mir, als er dann auf meine 3 Kategorien

[Tunte, Lederschwester, Bewegungsschwester] antwortet (wobei ich mich noch genau daran erinnere, wie er mich dabei angesehen hat).

Also er kennt da noch eine Kategorie – das wäre die Angewandte.

Genauere Erklärung im O-Ton (Er): Eine Schwester, so Öko gekleidet, die aber auf jedem Festl (z.Bsp. Homoriental) herumsteigt und sehr intellektuell sei – Beisatz: mitunter sehr anstrengend.

Zeitsprung: 1 Sekunde später

O-Ton (diesmal ich): Ich war am letzten Samstag auch beim Homoriental [Augenbraue hoch zieh], ich mag anstrengend und intellektuell sein [hier erwartet man dann eine Zusicherung des Gegenübers, dass man natürlich nicht so sei!], aber Öko hat mich noch keiner genannt – verdammt ich trag Esprit Sachen – welche Ökoschwester macht das schon?

Fazit: Bin alleine heim und hab angewandt meinen Kater in den Schlaf gestreichelt.

Greta GarPitsch