| Von kleinen Nervensägen, schlauen Tipps und großen Dörfern Kindereien
Lesben hätten es da ja eh viel leichter, las ich einmal in einem Posting zu einem Online-Artikel, der sich mit schwullesbischen Paaren mit Kinderwunsch beschäftigte. Diese müssten bloß einen One-Night-Stand mit einem Mann haben und schon sei alles paletti. Davon abgesehen, dass wohl die Mehrheit der Lesben dieser „natürlichen Methode“ nichts abgewinnen kann: HALLO, GEHT’S NOCH!? In Zeiten von HIV mit einem Unbekannten ungeschützten Sex zu haben, kann nur als verrückt und grob fahrlässig gegenüber der eigenen Gesundheit bezeichnet werden. Selbst wenn man nicht den Worst Case ins Auge fasst seine sexuelle Vergangenheit hat der Kerl kaum auf die Stirn tätowiert. Neben den Schwierigkeiten, die es auf der faktischen und der rechtlichen Seite gibt, wären da noch gewisse Vorbehalte gegenüber der Erziehungstüchtigkeit. Ein Kind brauche doch Vater und Mutter; wie sollen das zwei Gleichgeschlechtliche denn anstellen? „It takes a village to raise a child“, lautet ein afrikanisches Sprichwort. Eine Momentaufnahme der Personen um mich und meine Frau ergibt ein ziemlich großes Dorf: Da wären zwei Elternpaare, eine Armee an Geschwistern und Cousins, viele Onkel und Tanten sowie Wagenladungen an FreundInnen und Bekannten. Wenn das Kind in spe da keine (männlichen) Vorbilder denn das ist ja der Kern der VaterMutterKind-Diskussion findet, weiß ich auch nicht. Glücklicherweise habe ich noch Zeit, das Dorf entsprechend zu gestalten. Ich erfreue mich unverschämter Jugend und hoffe, dass die Gesetzgebung schneller tickt als meine biologische Uhr auf dass wir irgendwann, in ferner Zukunft, einmal eine völlig legale Mutter-Mutter-Kind-Familie sein werden …
|
||
|
|
||