Umstrittener Grazer Psychologenkongress
LH entzieht Unterstützung, wenn "Homo-Heiler" im Programm bleiben

(10.9.2007). Vorige Woche kontaktierten die "Rosalila PantherInnen" Kongressleitung und auch alle Ehrenschützer für den Grazer Psychologenkongress, bei dem auch berühmt-berüchtigte "Homo-Heiler" referieren: "Nun verstehen wir endlich die Bedeutung der Ankündigung auf der Homepage der Veranstalter, dass dieser Kongress "im deutschen Sprachraum einmalig ist"... "Diskutiert werden beispielsweise Fragen des Fundamentalismus, der pathogenen und der gesunden Religiosität..." Offenbar scheinen ja genügend Vertreter dieser Richtung eingebunden zu sein. Tolles Renomé für die Veranstalter, Ehrenschützer und den Kongressort Graz...", hieß es in dem E-Mail, so Hans-Peter Weingand von den Rosalila PantherInnen.

Erfreulicherweise hat nun Landeshauptmann Franz Voves reagiert.

Landeshauptmann Franz Voves hat heute ein Schreiben (siehe unten) an den Kongress-Veranstalter, die Universitätsklinik Graz, geschickt, in dem er klarlegt, dass er sämtliche Unterstützung zurückzieht, wenn die kritisierten Gruppen nicht von der Veranstaltung ausgeschlossen werden. Beim Ansuchen der Uni-Klinik ist man davon ausgegangen, dass die klare Haltung der SPÖ in Sachen Homosexualität bekannt ist, und man bei dieser Veranstaltung daher derartigen Organisationen keinen Raum gibt.


Schreiben des Landeshauptmannes:

Herrn Universitätsprofessor
DDr. Hans-Peter Kapfhammer
Universitätsklinik für Psychiatrie
Auenbruggerplatz 31
8036 Graz
Per Fax: -

Graz, am 10. September 2007

Sehr geehrter Herr Universitätsprofessor!

Als von mir Anfang des Jahres 2007 Unterstützung zum Kongress "Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie" zugesagt wurde, bin ich davon ausgegangen, dass die geplante Veranstaltung ein spannendes Diskussionsforum bietet, das sich im allgemein wissenschaftlich anerkannten Rahmen bewegen wird.
Angesichts der entstandenen Diskussion über die Einladungspolitik zum Kongress und der auch von Experten formulierten diesbezüglichen Kritik darf ich Sie um Mitteilung ersuchen, ob von Seiten der Kongressleitung Konsequenzen geplant sind.
Als Landeshauptmann der Steiermark darf ich Ihnen mitteilen, dass ich aufgrund meiner Ihnen sicherlich bekannten Einstellung zur Homosexualität, meine Unterstützung für die Veranstaltung zurückziehen werde, sofern der von vielerlei Seiten formulierten Kritik nicht Rechnung getragen wird.

Mit der Bitte um ehestmögliche Rückmeldung verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen
LH Franz Voves

Gleichlautendes Schreiben ergeht an:
Univ.-Doz. Dr. Raphael M. Bonelli, Universitätsklinik für Psychiatrie
Univ.-Prof. Dr. Walter Pieringer, Universitätsklinik für medizinische Psychologie und Psychotherapie



Text: RLP

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