| Widerwärtige Bagage, unfähige, verlogene!
VerräterInnen und VersagerInnen! (Graz, 08.01.2007). Es wird in den nächsten Stunden und Tagen von KommentatorInnen aller Lager alles gesagt werden, was zu sagen ist zu dieser unfassbaren Pleite der roten KoalitionsverhandlerInnen. Eigentlich unnötig weitere Worte darüber zu verlieren aus Gründen der Psychohygiene möchte ich mir allerdings meine Wut und Enttäuschung doch auch in aller Deutlichkeit von der Seele schreiben. Also: Ich habe den Herrn Gusenbauer immer für sehr viel fähiger gehalten als viele andere (darunter auch SPÖ-nähere Menschen als ich es bin). Heute ist er für mich und wohl für den Großteil seiner WählerInnen, vermutlich sogar für das Gros der roten FunktionärInnen zum Versager der Nation geworden. Zu Recht, konnte er doch kein einziges seiner großen Wahlversprechen auch nur ansatzweise umsetzen. Die Ergebnisse der Verhandlungen brauche ich hier nicht lange wiederzukauen, sie sind vermutlich hinlänglich bekannt die Ressortverteilung schaut ungefähr so aus: Die SPÖ erhält das Staatssekretariat für Kaffeekochen und die Oberaufsicht über das Salzamt, Schüssel und seine unzähligen Inkarnationen den Rest. Die Studiengebühren bleiben, wer sie sich nicht leisten kann darf aber gerne statt dem Studieren so lange lächerlich unterbezahlten Sozialdienst leisten wie er/sie das gerne möchte. Zu den aufmüpfigen Lesben und Schwuchteln gab es folgendes Übereinkommen: die Paragraphen 209, 210, 220 und 221 werden Dank der großherzigen ÖVP nicht wieder eingeführt und den Homosexuellen wird auch weiterhin das Recht eingeräumt, die SPÖ zu wählen (den Masochisten und allen anderen Perversen übrigens auch). Im Gegenzug für dieses große Entgegenkommen seitens der ÖVP hat sich Gusenbauer dazu verpflichtet, den Pilotenschein zu machen damit er selber den allerersten Eurofighter auf österreichischem Boden landen kann. Und zur SoHo: Die hehren Motive dieser Organisation in Ehren. Wenn aber ihr Vorsitzender, Günther Tolar, am 30. Dezember des abgelaufenen Jahres auf der SoHo-Homepage offenbar einen letzten verzweifelten Appell an seine Partei veröffentlicht, sich in den Verhandlungen für uns einzusetzen, so zeigt das deutlich, welchen Stellenwert die SoHo innerhalb der Sozialdemokratie besitzt sie darf Wahlhilfe leisten aber das war’s dann auch schon. Das Unterfangen, die SPÖ von Innen verändern zu wollen ist offenbar ähnlich erfolgversprechend wie selbiges in der katholischen Kirche zu versuchen. So, genug lamentiert über Dinge die eh schon beschlossen sind eine willkommene Gelegenheit unseren Unmut kundzutun bietet sich in Kürze:
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