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Alexander und Nico haben geheiratet!

(Graz/Amstetten). Es war einmal eine kleine Insel der Seligen. Auf dieser Insel gab es einen machtgierigen, schmallippigen König. Der hatte ein garstiges Weib, das sich immer in Kartoffelsäcke hüllte. Gemeinsam hatten sie vor unzähligen Monden eine Käseglocke von gigantischen Ausmaßen über die kleine Insel gestülpt. Und unter diese Käseglocke hatte sich seit jenen Tagen ein Dunst aus Bigotterie, verzopften Moralvorstellungen und latentem Hass gebildet.
Doch immer wieder gab es aufsässige BürgerInnen, die an der Macht des bösen Herrscherpaares kratzten indem sie von Liebe redeten und Liebe lebten…

Vergangenen Samstag, am 12. August 2006, gaben einander Alexander Desmond und Nico Preisegger im Beisein ihrer Familien und Freunde in Amstetten das Jawort. Der noch immer fehlenden rechtlichen Anerkennung zum Trotz wollten die beiden ihre Partnerschaft nach einem Jahr „wilder Ehe“ durch den symbolischen Akt der Trauung besiegeln.

Die Zeremonie und die anschließende Feier fanden im festlich geschmückten Preisegger’schen Anwesen statt. Das Brautpaar erschien in Tunikas und Togas ergänzt von echten Lorbeerkränzen. Nach alter Tradition gewappnet mit etwas Altem, etwas Neuem, etwas Blauem und etwas Geborgtem wurde Alexander von seinen Brautjungfern, seiner Mutter und seiner Großmutter unter den Baldachin geführt, wo Nico ihn erwartete. Als besonders guter Freund der beiden leitete Walter Rudich (ja, unsere Fudel) die Trauung.

In einer sehr persönlichen Rede betonte Walter, wie sich beider Leben durch ihre Beziehung verändert und verbessert hat. Er erinnerte daran, dass die Ehe dazu verpflichtet, in die Zukunft zu blicken, die Beziehung bis ins hohe Alter lebendig zu erhalten und sich Problemen zu stellen statt vor ihnen davonzulaufen. „Man kann sich nämlich nur dann der guten Zeiten erfreuen, wenn man fähig ist, auch die schlechten gemeinsam durchzustehen. Eine Beziehung ist in gewisser Weise ein Lebewesen, welches an der Stärke der Partner wächst, sich von gelösten Problemen ernährt und verkümmert und stirbt, wenn man es links liegen lässt.“

Die eigentliche Trauungszeremonie nahm einige Anleihen bei jüdischen Hochzeitsfeiern. So fand sie unter einem Baldachin statt, Alexander und Nico reichten einander Wein und nach dem Anstecken der Ringe wurde ein Weinglas zerbrochen,

Die anschließende Feier dauerte naturgemäß bis in die frühen Morgenstunden. Für das reichhaltige Buffet, das keine Wünsche offen ließ, zeichnete Nico selbst verantwortlich und für die Hochzeitstorte hatte Walter etwa 40 Eier, unanständig viel Marzipan und allerlei andere Köstlichkeiten zu einem römischen Tempel verarbeitet.


Lieber Alex, lieber Nico! Im Namen des gesamten Redaktionsteams wünsche ich euch von ganzem Herzen alles Gute für eure gemeinsame Zukunft – Masseltoff!


Text: Michael Langer



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