Ein ewiger Lernprozess:

Harmonie und Disharmonie

Wir alle wünschen uns ein harmonisches Leben, doch manchmal legen wir uns selbst Steine in den Weg. Das perfekte Leben gibt’s ja nur in der Ferne, denken wir. Doch dass wir unser Schicksal weitgehend selbst in die Hand nehmen können, scheint uns unglaubwürdig. Natürlich ist vieles im Leben unberechenbar, aber wir können in jeder Minute den Grundstein legen, um uns in der nächsten Minute in harmonischem Einklang mit uns selbst und unserem Umfeld zu fühlen. Das setzt natürlich eine gehörige Portion Eigenverantwortung voraus, was nicht immer einfach ist, weil wir hie und da oder sogar öfters auf Konflikte stoßen, die wir erst einmal zu lösen haben. Doch wenn wir wissen, dass wir selbst für unser Leben verantwortlich sind, bahnt sich schließlich für uns ein Weg in die Freiheit an.

Unter einem Leben in Harmonie verstehen wir

allgemeine Zufriedenheit, den Ausgleich im Geben und Nehmen, ein erfülltes Dasein, Frieden zu schließen mit der Vergangenheit, mit Zuversicht in die Zukunft zu sehen, Entspannung, sowie körperliches und seelisches Wohlbefinden.

Ein Zusammenspiel all dieser Komponenten wäre anzustreben.

Wodurch entsteht nun die kontraproduktive Disharmonie unserer Seele und wie können wir ihr entgegenwirken?

Ich möchte im Einzelnen auf unsere disharmonischen Zustände eingehen, damit wir uns ein Bild machen können, welche Konflikte wir uns vorrangig schaffen, und gleichzeitig werde ich Lösungsmöglichkeiten aufzeigen, die es uns erleichtern, allmählich eine seelische Harmonie als Seinszustand in uns selbst zu erkennen.

Es wäre ratsam, jeden der folgenden Absätze theoretisch und praktisch zu erarbeiten, das heißt, Beschriebenes in Verbindung mit dem eigenen Ausgangspunkt zu bringen, die Thematik zu hinterfragen und Veränderungen in Angriff zu nehmen. Ich zeige zu jeder Komponente, die in Bezug zu unserem Harmonie-Befinden steht, aber auch Defizite in sich bergen kann, Möglichkeiten einer Neuorientierung auf. Diese müssen zunächst gedanklich erfasst werden, wobei es sich sodann lohnt, die Veränderungen gezielt in den Alltag zu integrieren.

- Unzufriedenheit:

Sind wir unzufrieden mit unseren Lebensumständen (Arbeit, fehlende Freizeitbeschäftigungen, Partnerbeziehung etc.)? Dann sollten wir umgehend neue Grundlagen schaffen, die uns ein tiefes Gefühl der Zufriedenheit vermitteln. Das gelingt manchmal nur durch gravierende Veränderungen, oft aber schon durch einfache Ansätze einer besser strukturierten Lebensweise, die uns Sicherheit und Halt gibt.

- Unausgeglichenheit im Geben und Nehmen:

Herrscht ein Ungleichgewicht im Geben und Nehmen als Fluss allen Wirkens vor, können ebenso disharmonische Seelenzustände in uns hervorgerufen werden. Geben wir zu viel von uns her, kann es leicht passieren, dass wir uns ausgenutzt fühlen. Nehmen wir zu viel von unseren Mitmenschen entgegen, können wir uns mitunter schuldig fühlen. Der jeweils andere Pol, ein Zuwenig an Geben und Nehmen, schafft ebenfalls Disharmonie, weil uns etwas fehlt, nämlich Herzensgüte, die wir geben, bzw. zurückbekommen.

- Unerfülltheit:

Manchmal haben wir das Gefühl, etwas verpasst zu haben, verzetteln uns oder schieben Dinge vor uns her. Das macht uns unerfüllt. Durch Bewusstheit im Jetzt schaffen wir ein gesundes Fundament, das uns über disharmonische Zustände hinauswachsen lässt. Wir sollten dankbar jede Lektion unseres Lebens annehmen und bewusst anpacken. Dann haben wir nicht den Eindruck, etwas zu versäumen. Der Fokus sollte immer auf die Sache gerichtet sein, die wir gerade angehen wollen.

- Die Last der Vergangenheit:

Wir tragen oft eine Last durchs Leben, die bereits lange der Vergangenheit angehört. So fragen wir uns, warum wir zu einem bestimmten Zeitpunkt so und nicht anders gehandelt haben, warum manche Dinge so entstanden sind und ob es nicht andere Möglichkeiten gegeben hätte. Oder wir hadern mit so genannten Schicksalsschlägen und fragen uns: Warum ich? … Auf diese Weise treten wir jedoch ewig auf der Stelle und sind in unseren wiederkehrenden Gedanken gefangen. Davon sollten wir uns freimachen, indem wir unsere Energien auf das umlenken, was wir aus eigener Kraft neu anpacken können.

- Die Angst vor der Zukunft:

Die Zukunft ist manchmal ein rotes Tuch für uns. Was kann schließlich alles passieren? Katastrophen auf der Welt erschüttern uns. Und unsere eigene für uns passende Lebensform finden wir einfach nicht. Von altem Ballast, der uns an einem harmonischen Leben hindert, haben wir uns noch immer nicht verabschiedet. Hier sollten wir bewusst loslassen und Platz schaffen für Neues. Zukunftsängste können durch positive Erwartungen ersetzt werden. Dies lenkt uns eher in die richtige Richtung. Unvorhergesehenes können wir ohnehin nicht ändern. Mit Glaube und Vertrauen, dass sich alles, auch über Umwege, zum Positiven hin entwickeln wird, erreichen wir jedenfalls mehr, als wenn wir misstrauisch in unsere Zukunft schauen.

- Zu viel Stress:

Leben wir ein Leben im Stress? Entspannung ist das Zauberwort. Es ist unumgänglich, gelegentliche Erholungspausen während der Arbeit einzulegen.
Entspannung ist eine Grundvoraussetzung für ein erfülltes Leben. Unser Leistungsniveau steigt, wenn wir gezielt immer wieder zwischendurch in einen entspannten Zustand gehen. Im Endeffekt profitiert Seele, Geist und Körper. Und wir können mit Power neue Aufgaben angehen.

- körperliche und seelische Beschwerden:

Leiden wir bereits unter körperlichen oder seelischen Krankheitssymptomen? So sollten wir so schnell wie möglich eine Umkehrmöglichkeit schaffen. Das funktioniert nur in einem Bewusstsein der Heilung. Wir müssen es uns wert sein, bedingungslose Liebe durch jede unserer Zellen dringen zu lassen, um verloren geglaubte Kraft wieder in konstruktive Energie umwandeln zu können.

Durch gezielte Veränderungen ist es möglich, fehlende Harmonie wieder ins Leben zu rufen. Es ist wichtig, Schritt für Schritt die jeweiligen Disharmonien wieder ins Lot zu bringen. Ein bewusster Umgang mit uns und unserem Leben kann uns sehr bereichern und unsere bisher eingeschränkte Sicht der Dinge widerlegen. Unsere Grenzen setzen wir uns schließlich selbst. Und wir alle streben doch ein erweitertes Sein an, welches uns immer wieder neue Erfahrungen bringt, denen wir offener gegenüberstehen.

Diesen ewigen Lernprozess voll und ganz zu akzeptieren, ist ausschlaggebend, um sich ein Leben lang weiterzuentwickeln und letztlich auch ein Leben in Harmonie leben zu können.


Text: Florentine Herz (29 J., Autorin/Journalistin, Ausbildung in Psychologie, Persönlichkeitsentwicklung und –management), www.florentine-herz.at







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