Viva la Diva - Viva Lucy

Tuntenball 2005

(Graz). Eigentlich wollten wir an dieser Stelle ja ganz furchtbar über den heurigen Tuntenball schimpfen...

Zum Beispiel, weil wir der Meinung waren, dass uns die Veranstalter eher mäßig bekannte Menschen als begehrte Stargästinnen verkaufen wollten. Womit wir zwar nicht so ganz falsch lagen, der Stimmung am Ball tat dieser Umstand jedoch keinen Abbruch. Das Gegenteil war der Fall: Der Abend gehörte ganz den wahren Stars – allen Diven und Tunten. Und derer gab es heuer, wenn wir uns nicht sehr täuschen, wieder mehr als in den vergangenen Jahren. Ihnen allen sei an dieser Stelle für ihre Kreativität, ihr Talent und die unzähligen Arbeitsstunden gedankt, die sie investiert haben um den Grazer Congress am Abend des Tuntenballs 2005 in den buntesten, prächtigsten und freundlichsten Ort der Stadt zu verwandeln. In diesem Zusammenhang sollten auch die fleißigen Menschen vom flowerpower erwähnt werden: Die Blumendeko fanden wir überaus gut gelungen. Der Stefaniensaal hätte ein bisserl mehr davon vertragen.

Die Moderation der beiden Mädels vom Theater im Bahnhof war heuer wirklich pfiffig und originell. Die Polonaise von Alexander Poschgan und seinen Tänzerinnen (diesmal ausschließlich „echte“ „-innen“): lang und doch kurzweilig.

Bewährte Qualität boten: die Big Band Franz Schober, das Trio Fürchtet Euch Nicht (besonders erfreuten wir uns am spontanen Gastauftritt der Desmond), Oudayas sowie die Disco von Sauer Event-Technik. Beniese Bennetts Gesangseinlagen waren in hohem Maße adäquat.

Auch wenn der Kollege einer anderen Internetplattform glaubt, Marquita Lister gehört zu haben und die Kleine Zeitung von einer „rumänischen Operndiva“ zu berichten weiß: Die Arien kurz nach Mitternacht wurden dargebracht von Margareta Klobucar. Gute Idee, gute Performance, wunderschönes Kleid, mäßiges Publikumsinteresse.

Die Sensation und Überraschung des Abends war heuer unbestritten die Show rund um die Wahl der Miss Tuntenball – will sagen, deren außergewöhnlich hohe Qualität. Alle Kandidatinnen hatten sich im Vergleich zur Vorausscheidung wesentlich gesteigert, was vom Publikum auch entsprechend gewürdigt wurde. Der Ablauf mit zwei zusätzlichen Nummern außerhalb des Bewerbs war wohl überlegt und perfekt ausgeführt.

„It’s so nice to have a man around the house“ – It is, isn’t it? Mann kann Lucy, Gerhard Prügger, nur zustimmen. Das Publikum tobte jedenfalls bei ihrem Auftritt und auch die Jury befand, sie sei eine würdige Miss Tuntenball 2005. Und das ist sie in der Tat – gundl.at gratuliert recht herzlich! Nominiert wurde die siegreiche Kandidatin vom 1st act, das somit den potthässlichen, pardon – liebreizenden Wanderpokal (den die PantherInnen Gerüchten zu Folge aus der Konkursmasse des Eisschützenvereins Grammatneusiedl erstanden haben sollen) verehrt bekam. Das Ding ist also ab sofort im 1st act zu bestaunen.

Wir bedanken uns bei den Rosalila PantherInnen und allen Helferleins, die diese unvergessliche Ballnacht erst möglich gemacht haben!

Text: Michael Langer