| Das war der
Regenbogenball 2005
(Wien). Die LesBiSchwule Community feierte in der Nacht des 29. Jänners 2005 beim Wiener Regenbogenball nicht nur sich selbst: Lucy McEvil, deren Moderationen wieder einen äußerst amüsanten Rahmen des Abends boten, konstatierte, es gäbe jede Menge zu feiern.
So seien alle unerfreulichen Menschen und Gruppierungen, denen sie im letzten Jahr alles Schlechte gewünscht hatte, auf die eine oder andere Weise marginalisiert worden beispielsweise die „Dummheit aus Döbling“, die nun bekanntermaßen EU-Kommissarin für Tischdekoration sei. Sollte die Erfolgsquote der McEvil, die infolgedessen heuer u. a. unseren „zwergwüchsigen, homophoben Kanzler“ ins verbale Visier nahm, auch im nächsten Jahr so positiv ausfallen, wird es angemessen sein, ihr ein Denkmal zu errichten.
Zum eigentlichen Programm:
Über Wolfgang Staneks Polonaise wollen wir hier schweigen nur soviel: die TänzerInnen haben sich eh ganz wacker geschlagen.
Wesentlich erfreulicher: LesSchuhSchuh rissen mit ihrer wirklich pfiffigen, frechen und perfekt getanzten Eröffnungseinlage in Dirndln und Lederhosen das Publikum zu Begeisterungskundgebungen hin.
Für die Tanzmusik im Ballsaal sorgte im Anschluss die Wiener Damenkapelle Johann Strauß abwechselnd mit A-LIVE. Beide Gruppen verbreiteten beste Stimmung sowohl bei leidenschaftlichen TänzerInnen als auch bei denen die das Geschehen am Parkett lieber aus sicherer Entfernung beobachteten.
Kurz vor Mitternacht präsentierte die Gruppe AURA einen Querschnitt ihres Könnens, was allen HobbytänzerInnen noch mal eine kurze Erholungspause verschaffte bevor sie unter der Anleitung von Wolfgang Stanek bei der Publikumsquadrille so manchen Zusammenstoß erlitten (wir hatten den Eindruck, dass es dabei heuer doch koordinierter zuging als im Vorjahr).
Von vielen mit Spannung erwartet wurde der Auftritt von Marc Almond, war es schließlich der erste seit seinem schweren Motorradunfall im vergangenen Oktober. Zwar noch sichtlich gezeichnet und auch stimmlich nicht ganz auf der Höhe legte er doch eine beeindruckende Performance hin und wurde vom Publikum auch gebührend empfangen. Wir freuen uns, dass er wieder da ist und wünschen Marc Almond weiterhin gute Besserung und viel Kraft!
Desert Wind, die man heuer von der Sissy-Bar in den Wintergarten „upgegradet“ hatte, waren damit leider nicht so gut beraten: zunächst vergriff sich der Tontechnik-Mensch ganz gewaltig in der Lautstärke und auch gegen Ende vermochten sie trotz guter Performance nicht so zu begeistern wie 2004, was aber wie gesagt wohl eher an der ungünstigen Örtlichkeit gelegen haben dürfte. Sehr wohl begeistert waren wir von der entzückenden Murielle Stadelmann, die heuer in der Sissy-Bar den Ton angab und gar wunderschöne Töne von sich gab.
Wir haben uns prächtig amüsiert und sind der Meinung, dass die HOSI-Wien wieder einen recht genialen Ball zuwege gebracht hat. Herzliche Gratulation, danke und auf ein Wiedersehen 2006.
Text: Michael Langer
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