Schwerpunktwoche - Lesben und Schwule in der NS-Zeit:

Totgeschlagen - Totgeschwiegen


(Graz). Im Rahmen einer Schwerpunktwoche veranstaltete das Referat für gleichgeschlechtliche Lebensweisen der ÖH Uni Graz in Zusammenarbeit mit den RosaLila PantherInnen vom 3.11. bis 6.11. eine Vortragsreihe zur Situation von Lesben und Schwulen im Nationalsozialismus.

Gleich zu Beginn stand der Film „Paragraph 175“ auf dem Programm. Dieser enthält neben Schilderungen von ZeitzeugInnen auch einen Einblick in die lesbisch-schwule Subkultur vor dem NS-Regime.

Bezüglich der Verfolgung von Lesben und Schwulen gab es am Donnerstag und am Freitag Vorträge des Wiener Historikers Mag. Nikolaus Wahl („Verfolgung Homosexueller auf dem Gebiet der Republik Österreich in der NS-Zeit“) und der Berliner Historikerin Dr.in Claudia Schoppmann („Situation und Verfolgung von Lesben im Nationalsozialismus“).

Am letzten Tag der Schwerpunktwoche stand die heutige politische und rechtliche Situation von ehemals Verfolgten im Mittelpunkt. Dazu waren die Wiener Politikwissenschafterin Dr.in Gudrun Hauer („Erinnerungs- und Trauerarbeit: Schwerpunkte der politischen Arbeit der österreichischen Lesben- und Schwulenbewegung betreffend Nationalsozialismus“) und Hans-Peter Weingand von den RosaLila PantherInnen („Die gescheiterte Wiedergutmachung“) eingeladen. In deren Vorträgen wurde sowohl auf die noch immer nicht erfolgte rechtliche Anerkennung der homosexuellen Verfolgten als Opfer des Nationalsozialismus als auch auf die daraus resultierenden Nachteile eingegangen.


Schoppmann, Hauer, Weingand, Langer, Kump
Dr.in Claudia Schoppmann, Dr.in Gudrun Hauer, Hans-Peter Weingand,
Michael Langer, Martina Kump


Text: Vassil, Martina



Mag. Niko Wahl
Mag. Niko Wahl

Dr.in Claudia Schoppmann
Dr.in Claudia Schoppmann

Dr.in Gudrun Hauer
Dr.in Gudrun Hauer

Hans-Peter Weingand
Hans-Peter Weingand