| Podiumsdiskussion von Red:out (KPÖ-Homo-Gruppe):
Konstruktive Gespräche
(Graz.) Anlässlich der Podiumsdiskussion am 13. Februar 2004 in der Dezentrale zum Thema „Kein Erbarmen mit den Warmen Ist Homosexualität normal?“ kamen Vertreter aller Grazer Rathausparteien. Unter der Leitung von Ute Baumhackl („Die Presse“) kam es zu sehr konstruktiven Gesprächen zwischen Publikum, Parteienvertretern und den geladenen Podiumsgästen:
Mag. Johannes Wahala (Familientherapeut) betonte im Zusammenhang mit den Äußerungen des Grazer Bürgermeisters Siegfried Nagl: „Worte schaffen Realität“ , und stellte bezüglich Nagls Rücknahme bzw. Entschuldigung fest: „Homosexualität und Familie sind keine Gegensätze!“
Frau Manuela Tokatli (Evangelische Pfarrerin) sorgte mit der Aussage: „Uns schreibt niemand aus Rom vor, was Dogma ist, wir müssen selber denken.“ , für einige Lacher, wobei sie mit ihren Statements zum Thema Familie u.a.:„Auch alle Homosexuellen leben in einer Familie und sind keine Retortenkinder“, auch ganz klar Position bezog.
Mit Dr. Heinrich Tettinek war auch ein versierter Jurist und Richter auf dem Podium, der nicht nur die menschenrechtswidrige Gesetzgebung in Österreich der letzten Jahrzehnte anprangerte, sondern auch klarstellte, dass es Aufgabe der Politiker ist, eine Vorbildfunktion auszuüben.
Die Wortmeldungen der PolitikerInnen und des Publikums - Heinz Schuber (Homosexuelle und Glaube) verwies auf individuelle Auswirkungen der diskriminierenden Aussagen des Bürgermeisters; Hans-Peter Weingand konterte auf den Einschränkungsvorschlag der ÖVP (Ehe- und Adoptionsrecht) mit dem Vergleich: „Alle Menschen haben das Recht auf Nahrung, nur Homosexuelle bekommen keinen Kuchen!“ - sorgten für eine rege Diskussion, die trotz gelegentlicher Divergenzen stets auf dem Boden der Sachlichkeit blieb.
Für den Inhalt verantwortlich: Herbert Wippel - KPÖ Graz
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