| Songcontest 2003:
Überraschung im Baltikum (Riga). Lettland war für eine Nacht der Mittelpunkt Europas. Der kommende EU-Beitritt wirft schon seine Schatten voraus. Riga nahm als Gastgeberstadt des Song-Contests die Gelegenheit wahr, um den muffigen Charme der vergangenen Sowjet -Ära gegen den farbenfrohen Glitter des gelobten Westens einzutauschen. Und der Rahmen konnte sich wirklich mit internationalem Standard messen. Was allerdings Anlass zur Kritik gab, war die Zensur, die über alle Auftritte wachte. Bei unkeuschen Gesten Alf Poier weiß darüber ein Lied zu singen wäre sofort die Aufzeichnung von der Probe eingespielt worden. Deswegen mussten auch alle Interpreten genau die gleichen Kostüme wie bei der Probe tragen. Eigentlich traurig, wie restriktiv sich das nach außen so offene Europa im Inneren gebärdet. Über die soziale Schädlichkeit von unsittlichen Gesten bei Konzertauftritten wurde wohl in den späten 50ern des vorigen Jahrhunderts genug geschwafelt. Verbote konnten damals weder Elvis Presley oder später Michael Jackson in ihrer Karriere stoppen wie auch in Riga Alf Poier trotz moralisch antiseptischer Show einen atemberaubenden Score von 101 Punkten abräumte und damit den für Österreich umwerfenden 6. Platz erkämpfte. Wir sind heute noch vom Jubeln heiser! Was sonst noch so los war, interessiert eh keine Sau. Schmalz, Plagiat und öde Kostüme wie jedes Jahr. Und für Ralf (Blau)siegel eine kleine Parole zum Durchhalten: Beim 25. Beitrag gibt es einen Sieg gratis... Text: Walter |
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