Wieder mal zwist im Rathaus :

Grüne fordern erneut
"Wiener Ehe"

Wien. Grün-Stadträtin Maria Vassilakou freut sich, dass in der heutigen Sitzung des Wiener Landtages gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften in den Wiener Personalgesetzen aufgenommen werden: "Die Novellierung des Dienstrechts ist erfreulich, da die Stadt Wien damit diskriminierende Unterschiede zwischen verschieden- und gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften aufhebt."

Menschenrechtssprecherin Vassilakou sieht allerdings noch wesentlich mehr Handlungsbedarf der Stadt Wien: "Die Wiener Grünen werden in der heutigen Sitzung des Wiener Landtages neuerlich die - bisher leider auch von der SPÖ abgelehnten - Einführung einer Eingetragenen PartnerInnenschaft auf Landesebene, die so genannte ,Wiener Ehe' mittels eines Beschlussantrages einbringen. Die juridischen Maßnahmen der Stadt Wien sind selbstverständlich richtig und notwendig. Eine sichtbare und konsequente Gesellschaftspolitik für Lesben, Schwule und TransGenders ist aber genau so wichtig. Wenn also gleichgeschlechtliche Paare ihre Lebensgemeinschaft in einem Standesamt feierlich eintragen lassen wollen, so sollen ihnen das in Wien ermöglicht werden, denn von der derzeitigen Bundesregierung ist kein Schritt in diese Richtung zu erwarten."

Dass eine "Wiener Ehe" auf Landesebene nur wenig rechtliche Konsequenzen hätte ist Vassilakou bewusst, aber: "Es geht hier nicht bloß um rechtliche Fragen, sondern es geht auch darum, ob die Stadt Wien lesbische und schwule Lebensgemeinschaften zumindest auf der bescheidenen Wiener Ebene auch symbolisch unterstützen will."

Bilder, die in anderen europäischen Metropolen längst selbstverständlicher Bestandteil des städtischen Alltags sind, wären für Vassilakou "eine hervorragende gesellschaftspolitische Maßnahme, nämlich durch Sichtbarkeit: Feiernde lesbische und schwule Paare, die auf das Standesamt gehen können, wenn sie dies wollen. Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn die SPÖ diesen Weg mit uns gehen würde, und Politik für Lesben, Schwule und TransGenders nicht als eine rein juristische Materie betrachtet wird", so Vassilakou abschließend.

Text: grüne andersrum