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Widerstand beim Architekten: Unfriede am Uhrturmschatten Graz, 27. März 2003. Das vorigen Samstag unter Beteiligung eines gundl.at-Redaktionsmitgliedes entrollte und mittlerweile am Uhrturmschatten befestigte Friedenstransparent (gundl.at berichtete) hat, wenn man einer kleinformatigen Grazer Tageszeitung Glauben schenken darf, beim Architekten des schwarzen Stahlkonstrukts Unmut hervorgerufen. Er sieht dadurch sein Werk verschandelt. Mit der Forderung auf Entfernung stieß er jedoch sowohl bei der "Friedensplattform", als auch bei "Graz 2003" auf taube Ohren. In seinem Groll soll er sogar mit dem Gedanken spielen, einen Anwalt einzuschalten..... Dabei wurde der Schatten durch das Transparent zu einem Unikat: Normalerweise kleben Schatten willenlos an ihrem Original und sind von günstiger Lichteinstrahlung abhängig. Der Uhrturmschatten durchbricht dieses zutiefst passive Dasein jetzt aber durch seine mahnende Botschaft, die er weit über die Stadt verkündet. Zeugt das Original des Uhrturms als stummer Zeuge von einer viele Jahrhunderte alten Geschichte und weist uns immer noch minutengenau auf die Zeit hin, resümiert sein Schatten jetzt die Lehre aus unserer bewegten Geschichte und das lediglich mit einem kurzen Wort. Der Schatten ist aus seinem "Schattendasein" herausgetreten. Das ist einmalig in der Schattengeschichte! Darüber sollte sich sein Schöpfer eigentlich freuen... Meldung über Friedensinitiative am Schlossberg vom 22. 3. : Der Friede wächst im Herzen Graz. Am Samstag, den 22. März 2003 fand um 10.00 Uhr unterm Uhrturm eine besinnliche Veranstaltung statt, deren Zweck es war, ein Zeichen für den Frieden zu setzen. Initiiert von einem privaten Personenkomitee traf sich ein kleiner Kreis von Freunden, um ein 5 mal 15 Meter großes Transparent zu entrollen, welches am kommenden Dienstag am "Schatten" des Uhrturms befestigt werden wird. Es zeigt die Darstellung einer Friedestaube und den Schriftzug "Friede". Jedem/jeder TeilnehmerIn wurde zum Zeichen des friedlichen, aber entschlossenen Widerstandes gegen Gewalt eine weiße Rose überreicht, denn: "Es ist wichtig sich auch heute noch zu Wort zu melden!" Als Höhepunkt starteten zwei weiße Tauben zu einer Ehrenrunde über der Altstadt. Es handelte sich übrigens um bestens ausgebildete Brieftauben, die nach der Flugschau ihren heimischen Schlag in Söding ansteuerten. Die Veranstaltung zeigte, dass man auch in kleinem Kreis und in aller Stille Zeichen setzen kann, um etwas zu bewegen. Denn die großen Veränderungen werden nicht am Schlachtfeld errungen, sondern wachsen in unseren Herzen. Texte: Walter Rudich |
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