Kommentar:
Schwuler Leseabend mit Hans-Peter Weingand & Felix Moser

Hans-Peter Weingand, unser lieber Wüschi, eröffnete bei der Lesung im BARcelona amüsante Einblicke in das schwule Leben zu Beginn des vorigen Jahrhunderts. Er las zur Einführung einen zeitgenössischen Skandalbericht aus einer Tageszeitung, um dann pornografische homoerotische Texte aus dem Buch „Skandal in Graz“ zu rezitieren. Souverän fesselte er sein Publikum, welches ihn mehrmals durch schallendes Gekreische in seinem Vortrag stoppte. So sehr waren die Zuhörer von der Geschichte über den Baron Max und seinen jugendlichen Liebhaber Benjamin hingerissen.

Felix Moser komplettierte den Leseabend mit zwei Auszügen aus dem Buch „Im Spiegelreich“ von Alberto Manguel, welcher anfangs mit pointiertem Amüsement den hoffnungslosen Versuch kommentiert, schwule Literatur wissenschaftlich zu definieren. Dann folgte unter dem Titel„Wie man Künstler loswird“ eine geniale Reflexion über ein Kapitel des Alten Testaments, nämlich Jona und den Wal. Auch Felix verstand es, das Publikum mit den Worten des Dichters zu fesseln, was ebenfalls durch lautes Gelächter belohnt wurde.

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Lesung im BARcelona am Samstag 27 April 2002