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Mein Sohn ist schwul Mein Sohn ist schwul. Mein Sohn ist homosexuell. Für mich ist das schon ganz selbstverständlich und ich finde nichts dabei. Ja, mein Sohn ist schwul. Ich versuche mich zu erinnern, wie das war, als er mir sagte: Ich bin schwul. 10 Jahre sind in der Zwischenzeit vergangen und es fällt mir schwer, mich daran zu erinnern. War es eine Katastrophe? War es eine Überraschung für mich? Nun ja, Katastrophe war es keine. Aber ganz ohne war es auch nicht. Ich erinnere mich noch genau daran, dass es im Auto war, an einem Montagmorgen. Ich brachte meinen Sohn von Leoben nach Hartberg in die Berufsschule. Und das sagte er: Ich muss Dir was sagen, es ist besser, wenn du stehen bleibst. Es wird dich bestimmt aufregen. Ich dachte, was kann denn das schon sein, ich als coole Mutter vertrag das schon, was kann mein Sohn mir schon so schlimmes mitteilen? Nun, ich hielt nicht an und mein Sohn sagte: I am gay. So nun war es ausgesprochen. Stille. Ich weiß nicht mehr, was ich gesagt habe, bestimmt nicht &Mac226;oh Gott ist das schlimm oder &Mac226;du Armer ich denke, dass ich &Mac226;o.k. oder &Mac226;in Ordnung gesagt habe. Es war schon ziemlich am Ende der Fahrt, als ich diese Nachricht erhielt und mein Sohn stieg aus dem Auto und tschüß! Ich hatte jetzt auf der Fahrt nach Hause viel Zeit zum Nachdenken und mich damit auseinander zu setzen. Eine ganz große Überraschung war es nicht für mich, weil einige Wochen zuvor dachte ich mir, so aus dem Bauch heraus, ich hatte einfach so ein Gefühl, mein Sohn könnte schwul sein, er mag anscheinend Männer. Na gut, er ist schwul. Ich verurteile ihn nicht, mir ekelt nicht vor ihm, es ist in Ordnung. Warum ist er schwul???? Was habe ich falsch gemacht? Mein Sohn ist in einem Weiberhaufen aufgewachsen. Sein Vater war beruflich viel unterwegs und kaum zu Hause, unsere Ehe wurde geschieden als mein Sohn 10 Jahre alt war, und so lebte er zusammen mit seiner 3 Jahre jüngeren Schwester, seiner Mutter, das bin ja ich und seiner Großmutter. Der nächste Gedanke: Ich werde mit unserem Hausarzt darüber sprechen könnte ja auch eine Entwicklungsphase sein...... Diese Idee habe ich einige Tage später verworfen, mein Sohn ist doch nicht krank. Na gut, mein Sohn ist schwul. Was bedeutet das für Ihn? Für sein zukünftiges Leben? Welche Nachteile wird es haben, kann er überhaupt glücklich werden? Wie werden seine Freunde, sein Chef, seine Arbeitskollegen damit umgehen? Wie werden sie reagieren, wenn sie es erfahren? Diese Gedanken beschäftigten mich sehr. Ich habe mich mit dem Thema Homosexualität nie auseinander gesetzt, habe mich nie damit beschäftigt. Es war neu für mich und so wird es vielen Müttern gehen, sie müssen sich damit erst anfreunden. Es ist fremd und ungewöhnlich, das macht natürlich Angst und verunsichert. Ich habe mit meinem Sohn darüber gesprochen, über seine Ängste, darüber, wem er es sagen möchte und wem nicht. Das hat mir sehr geholfen. Manchmal denke ich mir, schade, mein Sohn wird wahrscheinlich nie Kinder haben. Schade, weil er ein so wunderbarer Mensch ist und der Gedanke daran, dass er all seine Anlagen, seine Charaktereigenschaften, sein Aussehen, seine Talente nicht an ein Kind weitergeben wird, hat etwas Trauriges. Aber dass könnte ja auch der Fall sein, wenn er hetero wäre und keine Kinder in die Welt setzen möchte, warum auch immer. |
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