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CSD 2002 in Berlin
„Schwestern, zur Sonne, zur Freiheit!“
Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen ging am 22. Juni 2002 der diesjährige Christopher Street Day in Berlin über die Bühne. Auch heuer machten sich wieder an die 100 bunt geschmückten Wagen auf den Weg vom Kurfürstendamm über den Wittenbergplatz, die Potsdamer Straße zum Potsdamer Platz übers Brandenburger Tor bis zur Siegessäule, wo die Schlusskundgebung statt fand.
Wir machen Berlin anders. Weltoffen. Tolerant. Queer.
So das Motto des heurigen Christopher Street Days. Dass das Wort „queer“ in Radioberichten immer noch wie „quer“ ausgesprochen wird zeigt wohl, dass auch in dieser Stadt in manchen Dingen noch ein wenig geübt werden muss. Was aber der allgemein spürbaren Offenheit und Toleranz meist keinen Abbruch tut: Mütterchen, die sich am Mittelstreifen des Ku´damms gemütlich hinsetzen und das bunte Treiben an sich vorbei ziehen lassen. Jungfamilien mit Kinderwägen, Kleinkinder mit Fähnchen und Luftballons „Out und Laut“ prägen das Bild der vielen Zuschauer, die den Zug der an die 100 bunt geschmückten Wagen an sich vorbei ziehen lassen. Eine halbe Million Menschen waren´s wohl wieder - ein sehr deutliches Zeichen in der verschuldeten Stadt.
CSD statt CDU
Der große Rotstift des rot-roten Senats macht auch vor lesbisch-schwulen Projekten nicht Halt, denen ihr oft schweres Leben damit manchmal überhaupt unmöglich gemacht wird.
Überhaupt war heuer eine verstärkte Politisierung der Parade zu spüren.
Dass alle Parteien am CSD vertreten sind, ist ohnehin klar. Nicht nur Grüne, PDS und Sozialdemokraten, auch die „Projekt 18%“-Liberalen und die LSU Lesben und Schwule in der Union. Deren Spitzenkandidat Edmund Stoiber war oft Inhalt der politischen Botschaften oder besser gesagt vieler Befürchtungen Zitat: „Stoiber Bundeskanzler? Da kann man ja gleich über Teufelsanbetung diskutieren“. Die im September stattfindende Bundestagswahl wirft ihre Schatten voraus, und die damit einhergehenden Ängste sind groß.
Party, Party, Party
Der Rest war wie üblich ein sehr buntes, lust- und körperbetontes Fest der Community. Am Abend geht mensch dann auf eine der vielen Partys in den diversen Clubs, sei es der Sage Club, das Tempodrom oder das Kino International. Und auf eine dieser Partys wird sich jetzt auch der Autor dieser Zeilen begeben. In diesem Sinne, viel Vergnügen mit dem Fotogruß aus einem sommerlichen Berlin!
Christian Grad am 22.06.2002, K.u.K. Gundl Redaktion Berlin
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