| Opernhaus Graz:
Orchesterkonzert
Russische Seele
(Graz). Ein rein russisches Programm präsentierte das sechste Orchesterkonzert der laufenden Saison im Grazer Opernhaus, was auch nicht weiter verwundert, stand doch der junge Chefdirigent der Lettischen Nationaloper, Andris Nelsons, am Pult, der in der vergangenen Saison mit Romeo und Julia einen großen persönlichen Erfolg erzielen konnte. Vor der Pause zwei Werke von Modest Mussorgski, eine Nacht auf dem kahlen Berge, sowie Lieder und Tänze des Todes in der Orchesterfassung von Dimitri Schostakowitsch, besonders ein- und ausdrucksvoll dargeboten vom Bassbariton und Landsmann des Dirigenten, Egils Silins: Es ist sehr erfreulich, dass dieser Weltklassesänger immer wieder den Weg nach Graz findet und sich hier erstmals mit einem russischen Werk dem Publikum vorstellte; kündigte sich mit diesem Auftritt schon ein neuer Boris Godounow an? Im zweiten Teil die Sechste Symphonie von Peter Iljitsch Tschaikowski, hier spielten Dirigent und natürlich auch das Grazer Philharmonische Orchester nochmals die Qualitäten aus, die sie bereits vor der Pause gezeigt hatten, tolle Präzision und transparenter Klang in allen Instrumentengruppen, sorgfältige dynamische Schattierungen, großartige Steigerungen, sodass es nach dem dritten Satz sogar spontanen Zwischenapplaus gab. Andris Nelsons gelang es bestens, seine Liebe zu den aufgeführten Werken auf die MusikerInnen zu übertragen. Jubel für alle Mitwirkenden. Text: Wolfgang Würdinger |
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