Filmtipps von Alexander Desmond

(Graz). Alexander Desmond hat für uns das Programm des Rechbauerkinos durchstöbert und ist dabei gleich auf zwei Filme mit LesBiSchwulTrans-relevanten Themen gestoßen:

Transamerica

Ein etwas anderes Roadmovie

Bree (Golden Globe-Gewinnerin Felicity Huffman) ist eine konservative transsexuelle (Fast-)Frau. Für die letzte Operation, die sie endlich in eine ganze Frau verwandeln soll, spart sie jeden Penny . Doch eine Woche vor der finalen Operation stellt ein Anruf aus dem New Yorker Jugendgefängnis ihr Leben auf den Kopf.
Der Anrufer – Toby (Kevin Zegers) – ist das Ergebnis einer längst vergessenen, experimentierfreudigen Nacht zu High-School-Zeiten, als Bree noch Stanley hieß und ein Mann war.
Obwohl Bree nichts davon wissen will, schickt ihre Therapeutin sie nach New York. Erst muss mit der Vergangenheit abgeschlossen werden, dann gibt es die lang ersehnte OP.
Toby hält Bree zunächst für eine christliche Missionarin, die gestrauchelte Jugendliche bekehren will. Bree sieht keinen Grund dieses Missverständnis aufzuklären. Doch Tobys Pläne lösen bei Bree Panik aus: Toby will nach LA um Stanley zu finden und Porno-Star zu werden. In der Hoffnung, ihn unterwegs bei seinem Stiefvater zurücklassen zu können, bietet Bree ihm an, gemeinsam mit ihm an die Westküste zu fahren …

William H. Macy, Ehemann von Felicity Huffman, hat den Film produziert und damit einmal mehr bewiesen, dass man auch scheinbar „schwierige“ Themen publikumswirksam, unterhaltsam, berührend und ohne Peinlichkeiten umsetzen kann.
Transamerica wurde bis dato auf 14 internationalen renommierten Filmfestivals ausgezeichnet.
Prädikat: absolutes sehenswert

Zu sehen seit 7. April. 2006 im RECHBAUER-KINO in der Englischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
bis auf weiteres täglich 19.45 und 21.45 Uhr








Transamerica

Capote

Wie ein Blutbad zum ersten True-Crime-Roman der Geschichte wurde

„ICH BIN SCHWUL. Ich bin süchtig. Ich bin ein Genie“ – Dieser Ausspruch charakterisiert in wenigen Worten den gesellschaftlichen Außenseiter der zeitlebens zwar Mittelpunkt der selbigen stand, aber dennoch nie wirklich dazugehörte.
Im November 1959 ist Truman Capote dank des Erfolges von ,,Frühstück bei Tiffany“ ein gefeierter Schriftsteller und der Liebling des New Yorker Jetset. Beim Lesen der New York Times wird er auf einen Aufsehen erregenden Mordfall aufmerksam: Eine vierköpfige Familie aus Kansas wurde förmlich hingerichtet. Spontan beschließt Capote, dass eine Untersuchung des Falles vor Ort sein nächster Artikel für den New Yorker werden soll …

Truman Capote ist an seinem Meisterwerk, dem Tatsachenroman ,,Kaltblütig“ über die Ereignisse um die Holcomb-Morde, zerbrochen. Zu lange musste er auf die Vollendung warten, immer wieder wurde die Vollstreckung der Todesurteile aufgeschoben, so dass das letzte Kapitel nicht geschrieben werden konnte. Capote sollte nach ,,Kaltblütig“ nie wieder ein Buch fertig stellen, dem Alkohol verfallen und 1984 schließlich an seiner Sucht zugrunde gehen.

Drehbuchautor Dan Futterman hangelt sich nicht wie bei anderen Film-Biografien üblich mühsam durch das ganze Leben des Protagonisten, sondern konzentriert sich auf die „Kaltblütig“-Phase. Wie sich rasch herausstellt, eine richtige Entscheidung. Anhand seiner Recherchen kann man Capotes ambivalenten Charakter wunderbar nachvollziehen.

Prädikat: absolut sehenswert
Prämiert mit dem Oscar für den besten Hauptdarsteller: Phillip Seymour Hoffman als Capote

Zu sehen ab Mai im RECHBAUER-KINO in der Englischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

Text: Alexander Desmond

Capote


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