Opernhaus Graz:

Neuer Spielplan 2006/07

Populäre Werke dominieren

(Graz). Auch in der kommenden Saison werden populäre Werke den Spielplan der Grazer Oper dominieren; angesichts der immer knapper werdenden finanziellen Mittel – Österreich ist ja schließlich nur eines der reichsten Länder der Welt – bleibt wenig Spielraum für dem Publikum weniger Vertrautes.

Eröffnet wird die Spielzeit am 1. Oktober mit Georges Bizets unverwüstlicher Carmen unter der musikalischen Leitung des neuen Chefdirigenten Johannes Fritzsch in der Inszenierung von Stefan Herheim; der als Hoffmann gefeierte Jean Pierre Furlan wird den Don José geben, als Titelheldinnen werden sich Kirstin Chavaz und Nino Surguladze dem Publikum vorstellen.

Am Wochenende darauf dann die bereits zur Tradition gewordene deutsche Spieloper: Zar und Zimmermann von Albert Lortzing, die musikalische Leitung wird Richard Wien, neuer Erster Koordinierter Kapellmeister, übernehmen. Die Regie liegt in den bewährten Händen von Michael Schilhan, Bühnenbild und Kostüme werden von der Wiener Volksoper übernommen.

Das Musical stellt sich ebenfalls zur gewohnten Zeit, nämlich am 29. Oktober, ein: Zur Aufführung gelangt Anything Goes von Cole Porter, in der Inszenierung von Josef Ernst Köpplinger und unter der Stabführung von Michael Brandstätter werden die beim Publikum so beliebten Herren Daniel Prohaska und Boris Pfeiffer mit von der Partie sein.

Bereits im Herbst dann die große Ballettpremiere: Unter der musikalischen Leitung von Richard Wien wird Ballettchef Darrel Toulon seine Version von Tschaikowskis Der Nussknacker präsentieren.

Die Vorweihnachtspremiere gilt traditionellerweise der Operette, Franz Lehárs Die Lustige Witwe kehrt nach relativ kurzer Abwesenheit ins Grazer Opernhaus zurück. Der neue Erste Kapellmeister und Stellvertreter der Chefdirigenten Dirk Kaftan wird die musikalische Leitung innehaben, als Danilo und Hanna Glawari werden Daniel Prohaska und Elisabeth Flechl (alternierend mit Natalya Ushakova) zu erleben sehen, als Rossillon und seine Gemahlin Valencienne Marlin Miller (alternierend mit Taylan Memioglu) und Doris Machatsch. Beverly Blankenship wird Lehárs Meisteroperette in Szene setzen.

Nach ebenfalls nicht allzu langer Abwesenheit kehrt Mitte Jänner auch Giuseppe Verdis Rigoletto zurück: Tatjana Gürbaca wird ihre Sicht des Meisterwerkes präsentieren, es dirigiert wiederum Dirk Kaftan, der als Titelheld auch international erfolgreiche Andrzej Dobber wird gastieren, als seine Tochter Gilda alternieren Margareta Klobucar und Hyon Lee.

Richard Wagners Der fliegende Holländer wird ab 4. März in Graz Station machen, Johannes Fritzsch dirigiert, und Peter Konwitschny inszeniert, es ist dies eine Koproduktion mit dem Bolschoi-Theater Moskau und der Bayerischen Staatsoper München, wo diese Produktion vor Kurzem Premiere hatte. Niemand Geringerer als der große Wagnersänger Robert Hale konnte für die Gestaltung der Titelrolle gewonnen werden.

Seit Jahrzehenten in Graz nicht mehr zu erleben war Der Evangelimann von Wilhelm Kienzl, der in Bälde an der Wiener Volksoper Premiere haben wird, von wo auch Bühnenbild und Kostüme kommen werden. Johannes Fritzsch dirigiert, Josef Ernst Köpplinger inszeniert, als Johannes werden Sebastian Holecek und Wolfgang Koch alternieren, den Mathias gibt Jeffrey Francis.

Keine moderne Oper also, denn die letzte Premiere wird einem Spätwerk des heurigen musikalischen Jahresregenten Wolfgang Amadeus Mozart gewidmet sein: La clemenza di Tito. Michael Sturminger, in Klagenfurt soeben für seine Umsetzung von Mozarts Frühwerk Il sogno di Scipione umjubelt, wird inszenieren, die Publikumslieblinge Alexandrs Antonenko und Stephanie Houtzeel werden Tito und Sesto verkörpern, als Vitellia kehrt Tamar Iveri nach Graz zurück.

Die einzige Wiederaufnahme wird der Erfolgsproduktion von La traviata gelten, unter Peter Schrottner und mit den in dieser Inszenierung in ihren Rollen schon bestens bewährten Nataliya Kovalova, Felipe Rojas und Vladimir Chmelo.

Dazu kommen in Koproduktion mit dem NEXT LIBERTY noch das Familienmusical Till Eulenspiegel, sowie mit der Universität für Musik und Darstellende Kunst eine Uraufführung mit dem Titel Opernreigen der Zukunft.

Auf dem Konzertsektor tut sich auch Einiges: Chefdirigent Johannes Fritzsch wird gleich fünf der insgesamt neuen Orchesterkonzerte leiten, dazu kommen noch weitere acht Kammerkonzerte in den unterschiedlichsten Formationen.

Text: Wolfgang Würdinger






Kommentare