Im Portrait:

Joachim Hofko
Das Innenleben eines Künstlers

Joachim Hofko schreibt Lyrik, Satiren und nicht zuletzt Kindergeschichten, in denen der Hauptakteur meistens sein Teddybär Pezi ist. Hofko: „Ich denke, dass jeden Menschen in erster Linie Erlebnisse der Kindheit und Erziehung prägen. Da die ersten 35 Jahre meines Lebens keineswegs normal verlaufen sind, versuche ich vieles daraus nun mittels bissigen Satiren und Gedichten aufzuarbeiten.“ Pezi, das kleine Bärchen ist seit Hofkos 1. Geburtstag sein Wegbegleiter. „Obwohl er ‚nur‘ ein Stoffbär ist, sehe ich ihn als Teil meiner Seele und Persönlichkeit an. Um nichts in der Welt würde ich ihn hergeben.“

Der 37jährige Mann, der sich seine Jugend mitunter durch seine vielschichtigen Ideen bewahrt hat, fühlte sich in jungen Jahren nicht ernst genommen – er musste sich aus seinem Elternhaus lösen und spricht von einem neuen Weg, den er vor etwa einem Jahr einschlug.

„Es war, als starb ein Ich von mir, als ich am Tiefpunkt war, und ein neues Ich wurde geboren … ich gewann auch einen wichtigen Seelenanteil, den ich bereits lange Zeit verdrängt hatte, wieder: mein verletzliches inneres Kind.“
Welches er in inniger Zuwendung in Gestalt seines Teddybären hegt und pflegt.

Der (Lebens-)Künstler verrät in seinem Buch „Ungeliebter, störender Jakob“, was ihm in seinem Leben alles widerfahren ist.

Seine unerschütterliche innere Kraft findet er auch in der Natur: „Morgens bei schönem Wetter, wenn die Sonne scheint, stimmen die Vögelchen ihr Lied an. Ist das nicht auch Kunst?“ Hierin spürt Herr Hofko immer mehr den Zauber des Lebens. Ihm macht es Freude, in die verschiedensten Rollen zu schlüpfen, ob gedanklich (in die Erlebniswelten seiner Texte) oder auch real. „Auch die homosexuelle Seite an mir habe ich kennen gelernt und diesen Schritt bereue ich keineswegs. Mein Wunsch ist es, dass Schwule und Lesben eines Tages dieselben Rechte haben wie gegengeschlechtliche Paare ... Doch ich bin überzeugt, dass dies noch sehr lange auf sich warten lässt.“
Kein Grund für Hofko, sich nicht für Gleichberechtigung in der Gesellschaft einzusetzen.

Für eine bessere Welt zu kämpfen, indem er die Leute in seiner Offenheit behutsam oder weniger behutsam (aber ausschließlich mit Worten!) wachrüttelt, das scheint dem Autor in die Wiege gelegt worden zu sein.

TRÄNEN

Warum dürfen nur Mädchen und Frauen seelische Verletzbarkeit zeigen?
Warum müssen Männer unverletzbar sein, warum?
Tränendrüsen hat jeder Mensch, ganz egal ob Mann oder Frau!
Warum dürfen Männer keine Tränen zeigen, warum?
Wird es als Schwäche gewertet und als nicht weise angesehen?

Sind „Männer“, welche keine Tränen zulassen, wirklich gebildet?
Sind „Männer“, welche den Kopf mit Alkohol und Drogen volldröhnen, gebildet?
Sind „Männer“ welche zuschlagen und Gewalt zeigen, tolle Kämpfer?

© 2005 by Joachim Hofko


Text: Florentine Herz





Joachim Hofko




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Die Autorin: Florentine Herz ist Schriftstellerin und Malerin. Sie arbeitet v.a. im Bereich Gesundheit und Spiritualität. Für gundl.at wird sie nun die Kulturredaktion bereichern.

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Inhalt
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