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Giancarlo Menotti - Die alte Jungfer und der Dieb
Durchschlagender Erfolg
(Graz). Einen durchschlagenden Erfolg beim am 4. März leider nicht allzu zahlreich erschienenen Publikum (das wird sich bei den folgenden Vorstellungen hoffentlich ändern!!) konnte die Koproduktion der Grazer Oper mit der Kunstuniversität, die das Orchester zur Verfügung stellte, erzielen.
Miss Todd und ihr Dienstmädchen leben ruhig in einer amerikanischen Kleinstadt, bis ihnen eines Tages ein Landstreicher ins Haus schneit und ihren Hormonhaushalt völlig durcheinanderbringt. Zur gleichen Zeit entspringt ein gefährlicher Verbrecher aus dem Gefängnis, für den der sehr attraktive und vor allem harmlose Landstreicher Bob nun von den beiden gehalten wird; die Frauen entwickeln beachtliche kriminelle Energien, um ihren Gast bei Laune zu halten. Ebenso humorvoll wie schonungslos wird die Kleinstadtbigotterie entlarvt.
Tatjana Gürbaca, Gewinnerin des Ring Award 2000, hatte ja bereits mit großem Erfolg Puccinis Turandot am Grazer Opernhaus in Szene gesetzt und wird auch diesmal dem Werk mit ihrer distanziert-ironischen Sichtweise völlig gerecht, mit viel Liebe zum Detail holt sie mit der exzellenten kleinen Truppe an Singschauspielern alles aus dem Werk heraus, unterstützt durch das wandlungsfähige Bühnenbild und die originellen Kostüme von Isabel Toccafondi.
Seine erste Premiere dirigierte Michael Brandstätter sehr engagiert, das Opernorchester KlangImPuls, dessen Mitglieder (BläserInnen) auch auf der Bühne verteilt sind, spielt schwungvoll und differenziert, besonders die Qualität der Streicher sei erwähnt. Gesungen wird großteils auf Englisch, aber auch auf Deutsch, die Mischung ist ideal. Was die Sänger betrifft, so stand eine Idealbesetzung zur Verfügung: Fran Lubahn ist an Spiellaune kaum zu überbieten, stimmlich stehen ihr noch immer alle Register zur Verfügung, eine authentischere Miss Todd ist kaum vorstellbar. Ihr Dienstmädchen Laetitia gab Hyon Lee mit koloratursicherem Sopran, Doris Machatsch erfreute mit ihrer schönen lyrischen Stimme als Miss Pinkerton. Die einzige männliche Rolle war mit Alexander Puhrer besetzt, der bekanntlich ebenso schön singt, wie er gut aussieht.
Das Publikum quittierte die hervorragende Leistung aller mit vielen Lachern, spontanem Zwischenapplaus und einer Ovation zum Schluss, die alle Mitwirkenden einschloss. Hingehen ansehen!!!
Folgevorstellungen:
8., 11. und 15. März
5., 6. und 9. April
Text: Wolfgang Würdinger
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