| Theatercafé:
Harald Buresch -
(Graz). Harald Buresch meidet in seinem neuen Programm „ChansoNacht“ geschickt die Trampelpfade der Chansonrecycling-Industrie. Wiewohl ein Gutteil der Lieder des Abends keine Unbekannten sind, gelingt dem Sänger mit ihrer auf den ersten Blick etwas gewagt wirkenden Zusammenstellung ein echt spannendes und stimmiges Programm. Sehr viel Friedrich Hollaender, dazu etwas Burt Bacharach, Charly Niessen, Kurt Tucholsky, Rosenstolz, Udo Jürgens und einige mehr. Scheinbar mühelos verknüpft Buresch Lieder verschiedenster Stile und Entstehungszeiten mit dem roten Faden, als der dann eigentlich doch wieder das Leben und Lieben von Harald Buresch fungiert. Mit der ChansoNacht schafft sich Harald Buresch erstmals in seinen Soloprogrammen den Raum, seine Vielfältigkeit breiter auszuspielen. War die Bühnenfigur der ersten beiden Programme ja weitgehend identisch mit der Person des Künstlers, so gilt dieser Anspruch diesmal nur bedingt. Bei den Liedern selbst schlüpft er durchaus auch mal in andere Rollen, was durchaus ziemlich genial ist („Stroganoff“). So schafft es der ausgebildete Musicalsänger Buresch nicht nur durch die Auswahl der Chansons, sondern auch durch die Interpretation, ganz tolle Stimmungen zu erzeugen, (die er dann, wenn’s ihm Spaß macht, in einem Nachsatz wieder ins Gegenteil verkehren kann). Christina Priebsch-Löffelmann am Flügel besitzt ebenjene Fähigkeiten, die Harald Buresch schon an seiner „Langzeit-Begleiterscheinung“ Kathi Gantar zu schätzen wusste: Einfühlungsvermögen und noble Zurückhaltung (nebst hervorragendem Spiel, versteht sich). Für die gundl.at-Kulturredaktion: Michael Langer |
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