| Grazer Opernhaus:
Neuer Spielplan
(Graz). Intendant Jörg Koßdorff und sein Team - Sven Müller ist nun zum Operndirektor avanciert - stellten gestern den Spielplan des Grazer Opernhauses für die Saison 2004/05, die erste nach der Ausgliederung, vor und setzen dabei vor allem auf bewährte Stücke, die aber beinahe alle in Graz schon länger nicht zu erleben waren. Eröffnet wird mit Beethovens Fidelio, hier konnten mit Albert Bonnema und Roland Wagenführer gleich zwei durchaus prominente Florestane gewonnen werden, dann Lortzings Wildschütz und als Musicalproduktion Jesus Christ Superstar, vor Weihnachten folgen noch Tosca in der Inszenierung von Dietmar Pflegerl, der mit seinem kleinen Puccinizyklus in Klagenfurt Furore machen konnte (gundl.at berichtete) sowie die Operettenproduktion der kommenden Saison Wiener Blut. Im Februar hat dann Der Rosenkavalier Premiere, dass ein international renommierter Regisseur wie Marco Arturo Marelli, dem sowohl die Wiener Volksoper wie auch die Staatsoper großartige Inszenierungen zu verdanken haben, verpflichtet werden konnte, kann als kleine Sensation gewertet werden. Im März traditionellerweise die Ballettpremiere, diesmal Prokofjews Romeo und Julia in der Fassung von Ballettdirektor Darrel Toulon und dann Boulevard Solitude (moderne Version der Geschichte der Manon Lescaut) von Hans Werner Henze unter der Leitung des in Graz bestens bewährten Regie- und Ausstattungsteams G.H. Seebach, Hartmut Schörghofer und Ragna Heiny. Ganz ohne Verdi geht es doch nicht, die letzte Neuproduktion wird Simone Boccanegra gewidmet sein, es konnten hochwertige Solisten verpflichtet werden: Alexandru Agache in der Titelpartie, Tamar Iveri als Amelia Grimaldi, sie hat diese Rolle bereits mit viel Erfolg am Londoner Covent Garden gesungen, und der Wahlgrazer Tigran Martirossian als Fiesco, dessen internationale Karriere sehr schön angelaufen ist. Dazu kommen die bewährten Kammerkonzerte in verschiedenen interessanten Formationen, das Neujahrskonzert unter der Dirigentenhoffnung Cornelius Meister und als gesellschaftlicher Höhepunkt die Opernredoute am 15. Jänner 2005. Es ist erfreulich, dass sehr viele Rollen mit Kräften aus dem Ensemble besetzt werden können, die Namensliste der Gäste ist durchaus beeindruckend, abzuwarten bleibt, welcher Ästhetik die jungen Regie- und Aussattungsteams folgen werden und vor allem, wie das Orchester auf die neuen Dirigenten reagieren wird, es steht uns somit eine Spielzeit mit hoffentlich vielen positiven Überraschungen bevor. Text: Wolfgang Würdinger |
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