| Opernhaus Graz:
Otello: Niveauvolles Repertoire
(Graz). Wie einer der letzten Presseaussendungen von Theater Graz zu entnehmen ist, konnte in den ersten beiden Monaten des Jahres 2004 jeweils eine Auslastung von über 80% und eine Gesamtauslastung für die laufende Spielzeit von knapp 70% erzielt werden; ein sehr schöner Erfolg beim Publikum, der natürlich auch die Kasse klingeln läßt. Die beliebtesten Werke sind Die Zauberflöte, Don Pasquale und Sweeney Todd.
Am 6. März stand eine sehr gut besuchte Aufführung von Giuseppe Verdis Otello auf dem Programm, gegenüber der von uns am 4. Februar besuchten Vorstellung gab es einige Besetzungsänderungen. Am Pult waltet nun Richard Wien: Er erreicht zwar nie ganz die von Philippe Jordan erzeugte Spannung, führt aber alle Beteiligten sicher durch den Abend, animiert das kultiviert und auch differenziert spielende Orchester und vor allem den wunderbar singenden Chor zu einer schönen Leistung und ist den SolistInnen ein verläßlicher Partner. Auch diesmal heimste die Sängerin der Desdemona, Ann Peterson, den meisten Applaus ein, mit ihrem instrumental und doch sehr gefühl- und ausdrucksvoll geführten Sopran leuchtete sie alle Facetten ihrer Rolle aus und rührte das Publikum mit dem Lied von der Weide und dem daran anschließenden Ave Maria, dessen Spitzenton auf dem vorletzten Amen sie im Pianissimo verklingen ließ. Als Otellos Gegenspieler stellte sich Igor Morosov dem Grazer Publikum vor, der international erfolgreiche ukrainische Bariton gibt mit eher hell timbrierter Stimme einen sicheren Jago, ohne jedoch, vor allem auch schauspielerisch, ganz die Bedrohlichkeit seines Rollenvorgängers zu erreichen. Juraj Hurny ist nun Cassio, sein Tenor besitzt noch immer sehr viel Strahlkraft, den Roderigo gibt der junge Bulgare Milen Bozhkov und bewährt sich nach Titus und Tamino im Theater im Palais nun auch im großen Haus mit seinem schön geführten lyrischen Tenor. Sergey Nayda war wiederum in der Titelpartie zu erleben und überzeugte diesmal mehr als im Februar, er bemühte sich erfolgreicher um stimmliche Nuancen und schliff die Töne der oberen Mittellage und in der Höhe nicht so sehr von unten an, eine achtenswerte und rollendeckende Leistung. Folgevorstellungen: 3., 16. und 25. April Text: Wolfgang Würdinger |
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