Opernhaus Graz:

Don Pasquale
Interessante Neubesetzungen

Gegenüber der von uns am 5. November besuchten Vorstellung gab es am 12. Dezember drei Besetzungsänderungen, wobei die wichtigste sicher die musikalische Leitung betrifft:

Richard Wien stand erstmals bei Don Pasquale am Pult, er überzeugte durch klare Zeichengebung und klug gewählte, schwungvolle Tempi, arbeitete mit dem gut disponierten und ihm willig folgenden Orchester viele schöne Details heraus und nahm dennoch immer auf die Sänger Rücksicht. Auch der stilistischen Stellung von Donizettis spätem Meisterwerk wurde er vollkommen gerecht, neben dem Buffonesken war immer wieder zu hören, dass wir uns doch im Zeitalter der voll aufgeblühten italienischen Romantik befinden.

Matthias Hausmann debütierte als Malatesta und gab nach dem Anthony in Sweeney Todd eine weitere Probe seines Talents ab, er verfügt über einen sehr gut geführten lyrischen Bariton, leider vermag er kaum zwischen stimmlosen und stimmhaften Konsonanten zu unterscheiden, was seinem Gesang viel an Italianità nimmt, diesen Fehler wird er aber bestimmt in der nächsten Zeit ausmerzen können. Die Sympathien des Publikums eroberte er sich auch durch seine sympathische Ausstrahlung und sein schauspielerisches Talent.

Als Norina trat Margareta Klobucar auf, ihre Vorzüge schauspielerischer und stimmlicher Natur sind längst bekannt, auch diesmal überzeugte sie durch ihre Spielfreude und ihre schöne Stimme, die der lyrischen Bögen ebenso fähig ist wie der brillanten Koloraturen.

Das zahlreich erschienene Publikum folgte der schwungvollen Aufführung mit Begeisterung und dankte allen Protagonisten mit viel Applaus.

gundl.at Kulturredaktion: Wolfgang Würdinger
Weitere Vorstellungen: 19. und 28. Dezember 2003

11., 17. und 31. Jänner 2004



Fotos:
Opernhaus Graz


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