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Lehárfestival Bad Ischl Zigeunerbaron und Zarewitsch (Wien, 16.05.2008). In gewohnt entspannter Atmosphäre verlief die Pressekonferenz, bei der Intendant Michael Lakner und einige seiner MitstreiterInnen allen voran Dolly Schmidinger, die den Zigeunerbaron inszenieren wird in ebenso informativer wie launiger Weise die Saison 2008 präsentierten. Gleich mehrere Aspekte gab es bei der Programmgestaltung zu beachten: Einerseits wollte man dem Motto der großangelegten oberösterreichischen Landesausstellung Menschen, Mythen und Monarchen gerecht werden, anderseits galt es, an den 60. Todestag von genius loci Franz Lehár und seinem Lieblingstenor Richard Tauber zu erinnern, und so fiel die Wahl auf Johann Strauss’ Meisteroperette, die er selbst ja gerne als Komische Oper bezeichnete, Der Zigeunerbaron, sowie auf eine jener Operetten, deren Titelrolle Richard Tauber in die Kehle komponiert wurde, und die er auch mit besonderer Vorliebe verkörperte, Der Zarewitsch. Wie bereits erwähnt, wird Dolores Schmidinger den Zigeunerbaron (Premiere 12. Juli, 15 weitere Vorstellungen bis 31. August) in Szene setzen, bekannte Gesichter werden sich mit für Bad Ischl neuen mischen, und so kommen zu Miriam Portmann, Rupert Bergmann, Elisabeth Schwarz und Christian Bauer (Saffi, Zupán, Arsena und Ottokar) Mehrzad Montazeri als Sandor Barinkay und der talentierte junge österreichische Bariton Robert Pertl als Graf Homonay. Marius Burkert übernimmt die musikalische Leitung, und Thomas Huber wird bei beiden Stücken die (wie immer auch tanzenden) Chöre einstudieren. Nach dem Motto never change a winning team wurden für Regie und Ausstattung des Zarewitsch (Premiere 19. Juli, 14 Folgevorstellungen bis 30. August) Leonard Prinsloo, Friedrich Despalmes und Monika Biegler gewonnen. Vinzenz Praxmarer wird dirigieren, als Sonja wird sich die in Düsseldorf fixengagierte Sopranistin Romana Noack dem Festspielpublikum vorstellen. Dazu kommen einige bestens bewährte Kräfte, und es ist schön, dass sie dem Lehárfestival die Treue halten: Reinhard Alessandri als Titelheld, Theresa Grabner und Thomas Zisterer als Buffopaar, sowie unser Gerhard Balluch in der Rolle des Großfürsten. Fehlen darf natürlich auch heuer nicht die beliebte Kaisergala (16. August): Marius Burkert wird Werke der leichten Muse dirigieren, zu Romana Noack wird sich Sebastian Holecek als weiterer Vokalsolist gesellen, und Friedrich Kleinhapl wird sein Tonini-Cello meisterhaft zum Klingen bringen. Als besondere Auszeichnung kann die Tatsache gewertet werden, dass das erfolgreiche Projekt EurOperette (19. Juli bis 1. August), im Zuge dessen sich Jugendliche aus ganz Europa mit der Gattung Operette unter den verschiedensten Aspekten auseinandersetzen, unter der Schirmherrschaft der UNESCO stattfinden wird.
Text: Wolfgang Würdinger |
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