Opernhaus Graz

Spielplan 2008/09
Populäre Werke dominieren

(Graz, 01.05.2008). Keine Operette wird nächstes Jahr auf dem vor zwei Tagen offiziell präsentierten Spielplan der Grazer Oper stehen, dafür sollen – und werden es bestimmt auch tun – gleich zwei Musicals die Kassen füllen.

Doch gehen wir chronologisch vor:

Genau eine Woche vor der ersten Premiere wird es nach einigen Jahren Pause am 20. September wieder eines der so beliebten und erfolgreichen Theaterfeste geben

Eröffnet wird die neue Spielzeit mit Richard Wagners großer romantischer Oper Tannhäuser in prominenter Besetzung: Unter Dirk Kaftan werden John Treleaven als Titelheld, Ricarda Merbeth als Elisabeth, Christiane Libor als Venus, und in Folgevorstellungen auch als Elisabeth zu sehen sein. Ashley Holland gibt den Wolfram und – erfreulich – Heimkehrer Marlin Miller, der auch in weiteren Produktionen auftreten wird, den Walther von der Vogelweide.
Zwei hochkarätige Veranstaltungen ergänzen die Tannhäuser Serie: Bereits am 14. September spielt und erklärt Stefan Mickisch Tannhäuser, und Ende Oktober präsentieren Robert Meyer und die Neuen Wiener Concert Schrammeln ihre Erfolgsproduktion von Burgtheater und Volksoper, Nestroys Parodie zum Stück, Tannhäuser in 80 Minuten.

Michael Schilhan wird die erste der beiden Musicalproduktionen szenisch und Marius Burkert musikalisch betreuen: My Fair Lady kehrt nach Graz zurück, in den Hauptrollen Renée Schüttengruber, Kurt Schreibmayer, und aus dem Ensemble Gerhard Balluch, Martin Fournier, und Götz Zemann.

Interessant wird die Koproduktion mit dem Steirischen Herbst: Melancholia von Georg Friedrich Haas wird am 9. Juni 2008 an der Pariser Oper uraufgeführt werden, und diese Uraufführungsproduktion kommt Ende Oktober für zwei Vorstellungen ins Grazer Opernhaus.

Weiter geht es dann mit der für uns gelungensten Produktion von Dietmar Pflegerls kleinem Puccinizyklus, nämlich La Bohème, die in bewährter Manier von Michael Eybl einstudiert werden wird. Adriana Damato kehrt als Mimi zurück, und Jean-François Borras wird in einigen Vorstellungen den Rodolfo übernehmen.

Die vorweihnachtliche Premiere gilt Leonard Bernsteins West Side Story, in Szene gesetzt von Josef Ernst Köpplinger und seinem bewährtem Team, Daniel Prohaska und Katja Reichert werden das tragische Liebespaar Maria und Tony verkörpern.

Ein spätes Debüt bringt dann die Premiere von Verdis Nabucco: Der scheidende Hausherr Jörg Koßdorff wird erstmals – natürlich im eigenen Bühnenbild und unterstützt von Christiane Lutz – Regie führen, Johannes Fritzsch dirigiert, Mark Rucker und Boris Statsenko werden in der Titelpartie alternieren.

Nicht Schwanensee, sondern Schwanentrilogie ist der Titel der großen Ballettpremiere: Darrel Toulon ist verschiedenen Schwanenlegenden nachgegangen und hat sie zu einem Handlungsballett verwoben.

Wer in Marburg Die Liebe zu den drei Orangen erlebt hat, weiß, um welch köstliches Werk es sich handelt, und es ist sehr erfreulich, das es nun auch auf dem Spielplan der Grazer Oper zu finden ist, und zwar in einer Produktion der Komischen Oper Berlin, die dort heftig akklamiert wurde. Neben vielen hauseigenen Kräften wird Philippe Rouillon den König darstellen.

Ebenfalls von der Komischen Oper Berlin kommt Così fan tutte in deutscher Sprache in der Inszenierung von Peter Konwitschny und unter der musikalischen Leitung von Johannes Fritzsch zu uns.

Der Wiederaufnahmen wird es zwei geben, nämlich Mozarts letzte Oper Die Zauberflöte und Richard Strauss’ Komödie für Musik Der Rosenkavalier in der aufsehenerregenden Inszenierung von Marco Arturo Marelli (gundl.at berichtete), wiederum unter Johannes Fritzsch und beinahe in Premierenbesetzung, das beinahe bezieht sich vor allem darauf, dass der Premierenochs Wolfgang Bankl mit Peter Rose alternierend auftreten wird.

Auch die inzwischen bestens etablierte Konzertreihe wird fortgesetzt:
Beim Eröffnungskonzert wird Christiane Libor die Wesendonck-Lieder gestalten, beim Konzert für Österreich wird niemand Geringerer als Sabine Meyer Mozarts Klarinettenkonzert vortragen, für das Neujahrskonzert (alle drei unter Johannes Fritzsch) konnten Margareta Klobučar und Jean-François Borras als Solisten gewonnen werden. Das nächste Konzert wird Dirk Kaftan leiten, dann das Preisträgerkonzert des Tagliaviniwettbewerbs unter Günter Fruhmann und dann das auch schon zur Tradition gewordene Kirchenkonzert, wiederum unter Dirk Kaftan.

Die Saison, und damit auch die Intendanz Koßdorff beschließen wird das Festkonzert zum Abschied am 21. Juni 2009, natürlich geleitet von Chefdirigent Johannes Fritzsch.

Auch die beliebten Einführungsmatineen und Kammerkonzerte in verschiedenen Formationen werden nicht fehlen, ebensowenig wie die Heranführung des Nachwuchses zur Musik, mit z. B. Wagner, Mozart und Haydn für Kinder.

Freuen wir uns also auf eine spannende und abwechslungsreiche Spielzeit 2008/09!

Text: Wolfgang Würdinger




Jörg Koßdorff

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