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Opernhaus Graz Richard Strauss: Arabella (Graz, 09.02.2008). Obzwar Arabella von Richard Strauss a priori nicht unbedingt zu den Kassenmagneten gehört, so fand doch die samstägliche Premiere vor so gut wie ausverkauftem Haus statt, und die Qualität des Dargebotenen gab dem Publikumszustrom Recht: Einerseits gelang Regisseur Marco Arturo Marelli eine schlüssige und schwungvolle Inszenierung, andererseits übertraf die musikalische Realisierung beinahe noch die Papierform. Unter seinem Chefdirigenten Johannes Fritzsch entfaltete das Grazer Philharmonische Orchester sehr sauber intonierend generös die Strauss’sche Klangpracht in ihrer ganzen Dynamik von filigran-transparent bis zu wuchtig-aufbrausend, Fritzsch agiert dabei immer sängerfreundlich, sodass beinahe jedes Wort verständlich bleibt. Im vom ihm selbst gestalteten, wandlungsfähigen und vor allem weiß und blau ausgeleuchteten Einheitsbühnenbild, in dem sich permanent Türen öffnen und schließen und das sich nur leicht hin und herdreht, inszeniert Marco Arturo Marelli feinfühlig psychologisierend, ohne mit dem Finger auf die Parallelen der Dekadenzzeit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Jetztzeit zu zeigen, wir wissen es auch so, das Geld regiert die Welt. Jede Bewegung, jede Geste ist in perfektem Einklang mit Text und Musik, und so werden die Vielschichtigkeit, die Tief- und Hintergründigkeit aller Figuren ausgelotet, das Streben Arabellas nach dem Richtigen, die Qualen Zdenkas und Matteos (jeder auf seine Art), die beinahe aristokratische Bauernhaftigkeit Mandrykas, die Geckenhaftigkeit der drei Grafen. Historisch schwer einzuordnend und deshalb die dauernde Gültigkeit der Handlung unterstreichend die geschmack- und phantasievollen Kostüme von Dagmar Niefind-Marelli. Großer Jubel im Grazer Opernhaus.
Text: Wolfgang Würdinger |
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