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Opernhaus Graz: Verdi: Un ballo in maschera (Graz, 23.09.2007). Giuseppe Verdis Un ballo in maschera ist zweifelsohne ein musikalisch wie szenisch nicht ganz leicht umzusetzendes Werk, bei der Eröffnungspremiere merkte man ersteres weniger und zweiteres stärker. Im nicht sehr originellen Einheitsbühnenbild (ein aus Parketten bestehender Kubus, wo jedoch auf zwei Ebenen gespielt werden kann, und in dem im 2. Bild ein riesiger Totenkopf Ulricas Wahrsagerreich darstellt) von Hermann Feuchter inszeniert Anselm Weber das Stück nicht besonders ideenreich und lässt seine Protagonisten über weite Strecken allein, was vor allem der Gestik mancher Damen und Herren gar nicht gut tut, sie verrenken die Arme und ringen die Hände, wie es heutzutage eigentlich nicht mehr vorkommen sollte. Der Maskenball selbst wird als Fest in Tierverkleidung mit Prämierung des besten Kostüms dargestellt, nur Renato erscheint wie Canio in I Pagliacci, um aus Eifersucht seinen besten Freund zu erstechen, womit wir auch schon bei den Kostümen von Michaela Mayer-Michnay wären, einer seltsamen Mischung aus Entstehungszeit, Phantasierokoko und, eben im Schlussbild, ein wenig von allem. Das leading team wurde dann auch mit verhaltenem Applaus und einigen Buhrufen empfangen. Bejubelt wurde hingegen die musikalische Realisierung: Auch zu Beginn der neuen Spielzeit präsentiert sich die Grazer Oper in musikalischer Höchstform: Chefdirigent Johannes Fritzsch setzt auf eher breitere Tempi, ohne jedoch weder die dramatische Komponente, noch die der Verdischen Musik innewohnende Leichtigkeit zu vernachlässigen, er führt das ihm willig folgende Grazer Philharmonische Orchester zu bemerkenswerter Präzision und Klangtransparenz und lässt den SängerInnen genügend Zeit, um alle Kantilenen auszusingen: Am besten gelingt dies den Haus- und Rollendebütanten Alexey Markov als Renato und Gustavo Porta als Riccardo: Der junge russische Bariton überzeugt mit seinem in allen Lagen gleichmäßig strömenden Prachtbariton (streckenweise musste man an Ettore Bastianini denken), makellosem Legato und subtilen Piani, der argentinische Tenor punktet ebenfalls mit vielen Nuancen, sowie strahlenden Höhen. Die Herrenriege wird ergänzt von den zumindest stimmlich - nicht besonders furchterregenden Verschwörern von David McShane und Wilfried Zelinka; wie viele junge Baritone es schon vor ihm getan haben, nützt Ivan Oreščanin die Rolle des Silvano, um sich für größere Aufgaben zu empfehlen.
Text: Wolfgang Würdinger |
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