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Lehárfestival Bad Ischl: Kaisergala (Bad Ischl, 16.08.2007). Der dezent aber geschmackvoll mit Blumen geschmückte Saal des Festspielhauses in Bad Ischl empfängt die Besucher der Gala, in der Festspielintendant Dr. Michael Lakner unterstützt vom Franz Lehár Orchester den Geburtstag jenes Kaisers feiert, unter dessen Herrschaft Bad Ischl seinen Ruf als Kurort begründete. Warum zu diesem Behufe der Kaiser in Galauniform vor dem Festspielsaal warten muss, sei dahingestellt, warum neben den über sechzigjährigen Kaiser die Kaiserin Elisabeth als Zwanzigjährige gestellt wird ebenfalls. Elisabeth war sieben Jahre jünger als der Kaiser, nicht 70! Dies bleibt aber, Gott sei Dank, die einzige Geschmacklosigkeit des Abends. Unterstützt wird das Orchester, das den Abend unter der Leitung seines Chefdirigenten Vinzenz Praxmarer bestreitet, von einer Dame, die Lakner als die musikalische Botschafterin Österreichs bezeichnet: Birgit Sarata, die mit ihrer warmen Stimme und ihrem unverhohlenen Humor dem zweiten Solisten, dem Geiger Dominik Hellberg, die Schau stiehlt. Von der ersten Note an zaubert Sarata ein Lächeln auf die Lippen aller Besucher welches erst lang nachdem die dritte Zugabe zum zweiten Mal verklungen ist verschwindet. Mit der auf Melodien aus der Straussschen Fledermaus basierenden Tick-Tack-Polka beginnt ein Konzertabend der mit einem Potpourri aus Benatzkys „Weißem Rössl“ endet und der von Anekdoten die Michael Lakner selbst erzählt noch weiter aufgewertet wird. Dominik Hellberg spielt das Concertino für Violine und Orchester von Franz Lehár, welches in seiner Länge und Dramatik nur bedingt für einen Abend passend ist, der ansonsten gefüllt ist von kurzen, leichten und unterhaltenden Melodien. Doch mit seiner beeindruckenden Virtuosität verhindert er, dass es auch nur eine Minute lang langweilig wird. Als der Abend endet, und das Publikum ins leicht verregnete Bad Ischl hinausströmt, bleibt nur noch eines zu sagen: Auch dieses Jahr haben die Operettenfestspiele Bad Ischl bewiesen, dass man mit geringem Budget seinen Gästen einen genüsslichen Abend bereiten kann.
Text: Ulrich Braunegg |
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