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Opernhaus Graz: Preisträgerkonzert (Graz, 28.04.2007). Beim Preisträgerkonzert am 28. April präsentierten sich die drei erstplatzierten der 1. Sektion (SängerInnen bis 33 Jahre), sowie die Gewinnerin des zweiten Preises der 2. Sektion (SängerInnen bis 22 Jahre) dem Grazer Publikum mit jeweils zwei Arien, ebenso schwung- wie rücksichtsvoll begleitet vom Grazer Philharmonischen Orchester unter der Leitung von Richard Wien, dessen Name ausgesprochen bedauerlicherweise auf der Liste der Dirigenten für die nächste Saison nicht mehr aufscheint. Der junge Litauer Kostas Smoriginas (3. Preis) verfügt über einen sehr kraftvollen, metallisch leuchtenden basso cantante, den noch nuancierter einzusetzen er bestimmt lernen wird, sehr schön strömte schon das Legato in der Cavatina des Silva aus Verdis Ernani, dem er eine etwas zu stimmprotzende Cabaletta nachsetzte. Der 2. Preis ging an den Südkoreaner Eung Kwang Lee, sein eher hell timbrierter Bariton eignet sich hervorragend für Rossinis Figaro, dessen Auftrittsarie er mit strahlenden Spitzentönen garnierte, überzeugend gelang auch die große Szenen des Carlo Gérard aus Umberto Giordanos Andrea Chenier, der junge Sänger konnte die innere Zerrissenheit der Figur gut deutlich machen. Der 2. Preis der 2. Sektion ging an die Chinesin Yuan-ming Song, die sich zwei der nicht gerade leichtesten Arien von Giuseppe Verdi ausgewählt hatte: Die große Arie der Elisabetta aus Don Carlo, sowie die Arie der Leonora aus dem 4. Akt aus La forza del destino. Ihr Sopran ist ein echter lirico-spinto, der in allen Lagen gleichmäßig anspricht, die junge Sängerin setzt ihn auch durchaus nuanciert ein und verfügt über eine sehr schöne Pianokultur, verbesserungswürdig ist ihre italienische Aussprache, was besonders in Don Carlo deutlich wurde. Der ersten Preis ersang sich der in Graz studierende Tenor Yi Jie Shi, der zwei der populärsten Tenorhits aller Zeiten zum Vortrag brachte: La donna è mobile aus Verdis Rigolett, und Che gelida manina aus Puccinis Oper La Bohème. Mit seinem lyrischen Tenor präsentierte er beide Stücke sehr elegant und mit viel Ausdruck, scheinbar mühelos schwang er sich zu strahlenden Spitzentönen auf. Der ISO d’oro für Verdienste um die Oper ging heuer an den allseits beliebten und mit beinahe 70 Jahren noch immer vielseitig aktiven Bassbuffo Enzo Dara, der sich mit launigen Worten für die Auszeichnung bedankte.Text: Wolfgang Würdinger |
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