Schauspielhaus Graz:

Kafka: Das Schloss
Düstere Komik und Tragik

(Graz, 24.03.2007). Düster ist die Stimmung im unbenannten Dorf in welches der Landvermesser K. gerufen wird. Die Art seines Auftrages ist unklar und so versucht er, zum Schloss des Grafen zu gelangen, doch ist es ihm unmöglich den Weg dorthin zu gehen. Der Zutritt wird ihm verweigert, er wird zu Beamten geschickt, die zu finden ihm nicht möglich ist ... Schließlich lässt er sich vom Schneider einen Anzug anfertigen wie ihn die Bediensteten des Schlosses tragen. Mit dem er versucht sich dort einzuschleichen, doch auch dieser Anlauf misslingt. Während seiner Versuche auf das Schloss zu gelangen trifft K. auf die Wirtstochter Frieda, die von ihm schwanger wird, auf seine beiden Gehilfen, die, schon vorher dem Wahnsinn verfallen, von ihm ihrer eigenständigen Identität beraubt werden, und auf viele andere Bewohner des Dorfes die durch die nur lose zusammenhängenden Szenen des Stückes streifen welches Viktor Bodó (der auch für die Regie verantwortlich ist) und András Vinnai auf der Vorlage von Kafkas Roman geschrieben haben.

Die düstere Stimmung des Stückes wird vom Bühnenbild von Imre Mozsik unterstützt, das vage an die Wiener Version des Turmbaues zu Babel im Bild von Pieter Brueghel dem Älteren erinnert. Die Kostüme von Renata Balogh, die für jede der Figuren höchst unterschiedlich sind, helfen darüber hinaus diese Stimmung zu vertiefen. Für die musikalische Untermalung des Stückes sorgt eine Brass-Band unter der Leitung von Reinhard Summerer welche die Szenen mit Musik von Péter Kunert, Reinhard Summerer mit Motiven von Leonard Bernstein bis Pjotr Iljitsch Tschaikowski unterlegen.

Das Ensemble, allen voran Sebastian Reiß als K., Martina Stilp als Wirtstochter Frieda, Steffi Krautz als ihre Mutter und Franz Solar als Bezirksvorsteher, spielt sich hervorragend durch den Text der nur in Andeutungen an den fragmentarischen Roman von Kafka erinnern soll. Es fängt die Stimmung ein die in Kafkas Werk vorherrscht: eine undurchschaubare, undefiniert bedrohlich wirkende Situationen zwischen Hysterie und Wahnsinn, geprägt von düsterer Komik und Tragik.


Folgevorstellungen:

27. und 30. März
12., 18., 25. und 27. April
5. und 11. Mai

Text: Ulrich Braunegg







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