| Aus Alt mach Neu - Sesselrenovierung:
Die Wiedergeburt von klinisch toten Polstermöbeln Wer hatte so was nicht schon mal in seiner Wohnung? Alte, verschlissene Polstermöbel. Der Unterbau aus Holz ist zwar noch in Ordnung, aber der Stoff hat sich durch langjährigen Gebrauch in Nichts aufgelöst. Ein eindeutiger Fall für den Sperrmüll. Oder? Keineswegs! Mit ein bisschen Geschick lassen sich aus scheinbar hoffnungslos veralteten und abgewetzten Sitzmöbeln schicke Blickfänger mit hohem Dekorationswert machen. Teure Antiquitäten sollte man natürlich den fachkundigen Händen eines professionellen Tapezierers anvertrauen, aber unsere Ramschdinger vom Möbelhaus sind auch mit einer selbstgestrickten Renovierung vollauf zufrieden. Der alte Stoff kann ruhig draufbleiben und stört nicht weiter unter der neuen Hülle. Und wenn es auch von unten ein wenig gepfuscht aussieht, von oben ist der Aus-Alt-Mach-Neu-Effekt vollkommen in Ordnung. Übrigens: Gäste die zu genau schauen und alles umdrehen müssen, stehlen!
Für die Generalsanierung eines Sessels zum Beispiel benötigen wir einen Schraubendreher, einen Tacker, einen Hammer und eine Nähmaschine, wenn für zweiseitig bespannte Teile eine Husse (Überzug) genäht werden muss. Und natürlich einen Dekorstoff nach dem persönlichen Geschmack. Ich selbst liebe ja die florale Sparte. Ein wenig Kitsch kann nie schaden, wenn man ihn richtig einsetzt.
Wenn eine Lehne zu überziehen ist, muss man eine so genannte Husse also einen Bezug nähen. Mit einer Nahtzugabe von gut einem Zentimeter zuschneiden. Dann links auf links (das Muster innen) zusammennähen. Wenden und zur Probe aufziehen. Ist die Husse zu weit, auf einer Seite nochmals dieses mal weiter innen - eine neue Naht setzen. Die alte Naht stört nicht. Ist die Husse zu eng, wird es problematischer. Dann muss aufgetrennt werden oder einfach wegwerfen und großzügiger zuschneiden. Also im Zweifelsfall eher größer beginnen. Sitzt der Bezug, geht es schon ans Zusammenschrauben.
Das Endergebnis ist überwältigend. Mit etwas krummeren Beinen könnte mein vormals 80-er Jahre Horrording als barocke Schönheit durchgehen. Aber Achtung: Nicht alles, was krumme Beine hat, ist Chippendale!
Mit ein wenig Geschick kann man so jede Menge Geld sparen und zum Beispiel eine teure Neuanschaffung durch selbstrestaurierte Teile vom Flohmarkt umgehen.
Noch leichter ist die Sache mit alten Sofas: Einfach einen Überwurf nehmen und drüberlegen. Perfektionisten bevorzugen die Anfertigung einer Husse. Das heißt, man näht einen speziellen Bezug, den man über das alte Ding stülpt. Das erfordert aber doch ein gewisses Maß an näherischem Geschick. Was allein eine schöne Decke bewirken kann, sieht man hier an meinem Sofa. Wenn ich es als Bettstatt für Gäste aufklappen muss, kommt die Decke herunter. Einfacher geht es nicht.
Und Stoffreste eignen sich hervorragend, um Decken für unsere vierbeinigen Hausgenossen anzufertigen. Obwohl die Gaubo schon jede Menge Flauschdeckchen hat, kann sie einfach nicht genug davon bekommen. Am liebsten stapelt sie die Decken übereinander so wie Tante Clara es mit ihren Perserteppichen macht. Text: Walter |
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