| Wer macht den Abwasch?
Der Geschirrspüler
Wer macht den Abwasch? Diese Frage hat schon nach manch gutem Mahl die Stimmung bei Tisch vernichtet. Klar ist die Aussicht auf stundenlanges Gepritschel in fettlösender Lauge bei gebeugtem Rücken alles andere als angenehm. Wie wir mittlerweile wissen, geht das auch einfacher.
Selbst kleine Kinder kann man heutzutage nicht mehr so einfach hinters Licht führen und mir nichts dir nichts zum Abtrocknen zwingen, wie noch zwei oder drei Jahrzehnte zuvor. Damals wusste man noch ziemlich wenig über die Vorteile von Geschirrspülern und stand der "neumodischen" Technik ziemlich misstrauisch gegenüber. Dabei gibt es Haushaltsgeschirrspüler bereits seit 1929. Damals musste man das heiße Wasser noch händisch einfüllen. Aber seit 1959 funktioniert der Abwasch vollautomatisch. Dreckiges Geschirr rein, Spülmittel dazu und los geht´s! Sauber und trocken kann man dann alles nach Programmende entnehmen. Genauso verführerisch, wie das klingt ist es auch. Die vollautomatische Geschirrspülerin ist aus dem modernen Haushalt einfach nicht mehr wegzudenken.
Es sprechen viele Gründe für die Anschaffung:
a) Geschundene Abwaschhände werden aufatmen. Keine runzelige Haut und aufgeweichten Fingernägel mehr.
b) Es steht kein schmutziges Geschirr mehr herum, auch wenn später abgewaschen wird. Man hat während des Kochens keine durch Zwischenabwasch verursachten Zwangspausen, weil die Abwasch frei bleiben muss, um Gemüse oder andere Zutaten zu waschen und die schmutzigen Töpfe und Schüsseln die Arbeitsfläche blockieren.
c) Der Spüler ist einfach gründlicher. Bakterien und Keime haben in dem bis zu 75 Grad heißen Wasser keine Überlebenschance. Der händische Abwasch kann nur bei höchstens 50 Grad durchgeführt werden. Da liegt nämlich die Schmerzgrenze. Und wie lange behandelt man denn einen Teller? 10 Sekunden? Im Spüler wird er eine Stunde und länger geduscht.
d) Der Energieverbrauch ist beim Handabwasch deutlich höher als beim maschinellen Spülen. Moderne Geräte benötigen für 12 Maßgedecke lediglich 13 Liter Wasser und gerade mal 1,05 Kilowattstunden Strom. Ein händisches Abspülen des Geschirrs vor der Behandlung im Spüler ist nicht erforderlich und wäre reine Wasserverschwendung. In Zukunft werden die Verbrauchsdaten an elektrischer Energie durch den effizienten Einsatz von moderner Wärmetauschtechnik noch weiter abfallen.
e) Neue Geräte sind flüsterleise und stören auch die Nachtruhe nicht.
f) Über den Goldrand am Geschirr braucht man sich auch keine Sorgen mehr zu machen. Seit vielen Jahren rüsten die Porzellanhersteller ihre Produkte mit sogenanntem "Unterglasurdekor" aus. Das heißt, dass die Verzierungen unter einer schützenden Glasur angebracht sind. Und die Reinigungsmittel enthalten anstatt ätzender Bleichmittel nunmehr Enzyme, die den Dreck biologisch fressen, anstatt ihn chemisch wegzubeißen.
Wenn man also Platz hat ein Standgerät benötigt 60 mal 60 Zentimeter Stellfläche und über einen Wasserzufluss und ablauf verfügt, ist die Entscheidung praktisch klar. Für beengte räumliche Verhältnisse gibt es auch Geräte mit 45 Zentimetern Breite. Die fassen 8 bis 9 Maßgedecke anstatt 12 wie das große Ding. Allerdings sind die kleinen mit großen Stücken wie einem Backblech oder mehreren Kochtöpfen überfordert. Auch nach einem mehrgängigen Menü in größerem Kreis muss in zwei Etappen gespült werden.
Bei der Kaufentscheidung gilt das gleiche wie bei allen vollautomatischen Haushaltsgeräten: Die Steuerung sollte vollelektronisch sein. Das erkennt man von außen daran, dass es keinen Drehknopf gibt, der sich während des Programmablaufs von allein bewegt. Bei mechanischer Steuerung dauern zum Beispiel alle Programme gleich lang, weil der Ablauf von dem Drehrhythmus des Schalters vorgegeben ist. Die elektronische Steuerung ist da vielseitiger. Sie bietet bei guten Modellen auch die Möglichkeit, die Programmgestaltung nachträglich neu einzuspeisen und so weiterentwickelte Sparmöglichkeiten nachzurüsten. Das macht der Kundendienst.
Nun zu den benötigten Pflegemitteln: Da ist zuerst das Salz. Um keine Kalkablagerungen an Geschirr und Maschine zu hinterlassen, ist absolut weiches Wasser erforderlich. Zum Enthärten bedient sich der Spüler einer ausgeklügelten Technik: Die härtebildenden Ionen im Wasser wie zum Beispiel Kalzium werden durch nicht härtebildende ausgetauscht. Und Salz besteht zur Gänze aus nicht härtebildenden: Nämlich Chlor und Natrium (NaCl). Also wird der Ionentauscher mit Salz befüllt und wechselt die bösen Ionen im einlaufenden Wasser gegen gute aus.
Damit das Wasser nicht in Tropfen am Geschirr stehen bleibt, sondern in einem gleichmäßigen Film abrinnt, benötigt maschinelles Spülen einen Klarspüler. Der wird in einen eigens dafür konstruierten Behälter gefüllt und dann selbsttätig im letzten Spülgang zugegeben. Ersatzweise kann man auch Haushaltsessig mit höchstens 5% Säureanteil oder 50%ige flüssige Zitronensäure verwenden.
Zum Reinigen ist schließlich vor jedem Spülgang ein Reinigungsmittel in den dafür vorgesehenen Behälter zu geben. Körniger Reiniger wurde mittlerweile durch Tabs abgelöst. Die sind besser. Aber Achtung:
Hände weg von den neuen Drei-Phasen-Tabs, welche Salz, Klarspüler und Reinigerfunktion angeblich vereinigen!
Die verursachen Ablagerungen in der Maschine und am Geschirr. Kein noch so kräftiger "Powerball" gewährleistet die Entkalkung in allen Spülgängen (Ergebnis einer Untersuchung der Stiftung Warentest)! Das Gerät wechselt nämlich zumindest zweimal das Wasser: Reinigen, Zwischenspülen und Klarspülen. Die Werbung verspricht da Unmögliches.
Zur Reinigung der Maschine selbst sollte man so alle halben Jahre einen Spülgang mit einem eigenen Maschinenreiniger laufen lassen. Das entfernt Rückstände aus dem Innenraum und den Leitungen. Auch die Sprüharme sollten in diesen Abständen auf Verstopfungen der kleinen Düsen kontrolliert und gegebenenfalls abgenommen und gereinigt werden.
Besteck sollte immer unsortiert in den Korb gegeben werden. Wenn sich Löffel ineinander legen, werden sie nicht richtig sauber. Die Griffe des Bestecks sollten nach unten zeigen. Nur spitze Messer spült man mit dem Griff nach oben, um Verletzungsgefahr zu vermeiden.
Manche Lebensmittel wie Tomaten oder Karotten enthalten natürliche Farbstoffe, die Verfärbungen an Plastikteilen hervorrufen können. Um das zu vermeiden, sollte mit einem guten Reiniger und mindestens 55 Grad gespült werden. Niedrigere Temperaturen und schwache Reinigungsmittel bleichen zu wenig, um die Farbe zu neutralisieren. Auch ein Programm mit Vorspülen ist empfehlenswert.
Beim Ausräumen ist zu beachten, dass heißes Geschirr stoßempfindlich ist. Da ist schnell mal eine Macke im Porzellan. Das Spülgut also vor dem Entnehmen gut abkühlen lassen. Und dann zuerst den Unterkorb und dann erst den Oberkorb ausräumen. Damit verhindert man, dass verbliebene Wasserreste auf das Geschirr tropfen.
Geschirrspülertauglich ist so ziemlich alles. Auch Silberbesteck fühlt sich pudelwohl bei der maschinellen Dusche. Nicht in den Spüler gehört Bleikristall. Das ist nämlich sehr weich und wird schon nach wenigen Spülgängen trüb. Auch Aluminium sollte weiterhin mit der Hand gereinigt werden. Es verfärbt sich im Spüler schwarz. Holz hat bei maschineller Reinigung zwar keine so hohe Lebenserwartung, aber aus hygienischen Gründen kommen die Schneidbretter trotzdem rein. Sie müssen allerdings aus einem Stück gefertigt sein, weil sie sonst in ihre Einzelteile zerfallen.
Absolut pfui für den Geschirrspüler sind Asche, Sand, Wachs, Schmierfett und Farbe. Asche löst sich nicht auf und verteilt sich im Spülraum und Sand schmirgelt. Wachs, Schmierfett und Farbe beschädigen den Geschirrspüler.
Wer einmal den Luxus eines/r GeschirrspülerIn genossen hat, wird nie wieder darauf verzichten wollen. Noch dazu, wo neue Geräte fast gänzlich wartungsfrei sind. Selbst das Sieb am Boden des Spülraums muss man nicht mehr ausleeren. Das wird (bei neueren Modellen) selbsttätig während des Programmablaufs gereinigt. Reste werden von der Ablaufpumpe einfach mit dem Abwasser ausgeschwemmt. Wer also noch keine Spülerin hat, sollte seinen Händen einen Gefallen tun und stundenlanges Schuften der modernen Technik überlassen. Auch Gäste lädt man viel lieber ein, wenn man am nächsten Morgen schon die sauberen Teller ausräumen kann, anstatt erst mit dem Stapeln von schmutzigem Geschirr zu beginnen...
Teil 7 unserer Serie: Die Waschmaschine - Nicht mehr weg zu denken!
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