| Der Weg zum Glück:
Verpartnert oder single
Der Weg zum Glück: Verpartnert oder single ... ... was ist denn nun die bessere Wahl? Nun ich habe beides ziemlich intensiv ausprobiert und kann wirklich nicht sagen, was von beiden schlimmer ist. Jedenfalls sind die Vorteile des einen Zustandes nicht mit denen des anderen vereinbar. Entweder man ist Herr über seine Zeit oder man muss sich nach der Decke strecken. Entweder man bedient sich zu Hause oder man isst auswärts. Man könnte natürlich auch sagen: Entweder man ist allein glücklich oder zu zweit. Nur leider ist Glück ein ziemlich schwer zu definierender Begriff. Meistens merkt man erst, dass man es war, wenn man schon wieder unglücklich ist. Oder man wähnt sich gerade glücklich, um nachher zu realisieren, dass es doch Scheiße war. Beide Betrachtungsweisen sind leider nicht geeignet, um dauerhaft glücklich zu werden. Vielleicht liegt das Kernproblem vom Glücklichsein und auch der Frage, ob man es nun allein oder zu zweit erreicht im Umstand begründet, dass das Leben aus einem nicht enden wollenden Kompromiss besteht. Man kann einfach nicht alles haben. Anders als bei Geld, das in ausreichender Menge alle käuflichen Dinge garantiert, kann man zum Beispiel nie genug Zeit haben, um sie in ausreichender Menge allein UND zu zweit zu konsumieren. Leider schließen die meisten Menschen aus dem Umstand, dass sie eben zu wenig Geld haben und sich mehr davon wünschen (was ja tatsächlich ein Ende des pekuniären Leidens bedeuten würde), dass auch bei anderen Dingen ein Mehr die Lösung aller Probleme sein müsste. Das stimmt aber nur in den seltensten Fällen. Zum Beispiel bei Alkohol und Partnerschaften ist dieser Trugschluss fatal: Wenn man sich auch nach einem oder mehreren Gläsern eines alkoholhaltigen Getränkes besser fühlt als vorher, so kehrt sich dieser Effekt nach einer durchzechten Nacht ins Gegenteil. Genauso ist es bei zwischenmenschlichen Beziehungen: Ein gemeinsam verbrachter Tag oder auch eine Woche mag herrlich sein, aber andauerndes Aufeinanderkleben macht wahnsinnig. Wenigstens muss man nach längerer Zeit „Beziehungsmissbrauch“ nicht wie beim Alkohol eine Entziehungskur machen. Trotzdem beutelt es einen ordentlich. Und wie beim Alkohol ist die Rückfallsrate gewaltig. Damit kommen wir zu einem weiteren Problem, welches uns das Glücklichwerden vermiest: Wir glauben, immer nur das, was wir gerade nicht haben, zum glücklich sein zu brauchen. Anstatt uns nach einer Trennung über die wieder erlangte Freiheit zu freuen und diese zu genießen, trauern wir einer kaputten Beziehung nach. Es ist seltsam, dass wir den gleichen Mechanismus nicht anwenden, wenn wir vom Singledasein zu einer Partnerschaft wechseln. Das würde uns davor bewahren, Frösche für Prinzen zu halten. Zwar würde das Verliebtsein seine berauschende Wirkung verlieren, aber ein gesundes Abwägen von Vor- und Nachteilen würde einen sinnvollen Realitätsbezug bewahren. Das wäre doch wünschenswert oder? Dann würde aber ein anderer negativer Effekt eintreten: Man würde nicht nur am Ende einer Beziehung zu einem nervlichen Wrack verkommen, das sich im Freundeskreis ausheult, sondern wäre es auch im frisch verliebten Zustand. Das ist nicht angebracht. Dann würde Liebe zum gleichen undefinierbaren Etwas verkommen, wie alkoholfreies Bier. Man trinkt es zwar, weiß aber nicht warum. Es schmeckt nicht nur scheußlich, sondern macht nicht einmal betrunken. Also: Lassen wir die Liebe, wie sie ist! Aber jeder, der einmal verrückt vor Liebe war, weiß den angenehmen und gefühlsstabilen Zustand des Singledaseins zu schätzen. Man konzentriert sich auf sich selbst, pflegt Freundschaften und tut, was einem gefällt. Wie angenehm... aber: Fehlt da nicht was? Verflixt noch mal! Jetzt beißt sich die Schlange schon wieder in den Schwanz! Und damit wieder zurück zur ursprünglichen Problemstellung: Ich habe wirklich keine Ahnung, was nun die bessere Wahl ist. Als Single lebt man freier und in einer Beziehung beständiger. Ich habe keine Ahnung, was vorzuziehen ist. Am besten, man nimmt es so, wie es kommt. Kritisch wird es nur, wenn man einen Heiratsantrag erhält. Sollte mich irgendwer also einmal in einem Juweliergeschäft beim Ringekaufen beobachten, soll er bitte reinkommen und mir auf die Finger klopfen! |
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