| Kleine Hilfestellung:
Das richtige Geschenk
Wer es nicht so martialisch haben will, stimmt sich auf Weihnachten mit einem Besuch in der Fußgängerzone ein. Dort besucht man dann den kunsthandwerklichen Weihnachtsmarkt und kauft sich ein, zwei, drei oder vier handgetöpferte Teeschalen, trinkt ein, zwei, drei oder vier Glühwein und handelt sich auf der Heimfahrt ein, zwei, drei oder vier Monate Führerscheinentzug ein. Der geneigte Leser erahnt schon, dass es so nicht gemacht wird. Seit meinem letzten Artikel ist nunmehr allgemein bekannt, dass Weihnachten eine gefährliche Psychodroge ist, deren Wirkung sich niemand entziehen kann. Wenn man also nicht in Depressionen verfallen will, sollte man sich schleunigst um passende Weihnachtsstimmung bemühen. Ich will zwar nicht in trügerische Euphorie verfallen, aber bis jetzt läuft die Sache bei mir ganz gut: Die Anfertigung von vier dekorativen Kränzen hat mich dermaßen beflügelt, dass ich mich auch umgehend um passende Weihnachtsgeschenke für meine Lieben umgesehen habe. Und siehe da: Beim zweiten Anlauf hat alles geklappt. Mittlerweile sind die Geschenke auch zum Schutz vor allzu neugierigen Augen bereits in Geschenkpapier gewickelt und warten andächtig auf Heiligabend. Beim digitalen Satellitenreceiver für meinen Mann habe ich eine Ausnahme gemacht und das Geschenk im eigenen fernsehtechnischen Interesse schon installiert. Es ist ein herrliches Gefühl, die Hauptlast des weihnachtlichen Stresses von den Schultern zu haben. Natürlich habe ich - wie in meinem vorangegangenen Artikel erwähnt - mit Familie und Freunden vereinbart, dass keine Pflicht zum Schenken besteht. Allerdings geht es mir nicht anders, als jedem von uns: Natürlich will man Menschen, die man liebt, auch angemessen beschenken. Und wenn man sich rechtzeitig darüber Gedanken macht, dann ist das gar nicht so schwer. Hier eine kleine Hilfestellung: Nichts ist einfacher, als schöne Geschenke für Kinder zu finden. Die Auswahl an Spielsachen ist ja wirklich erdrückend groß. Aber was schenkt man Erwachsenen? Die spielen schließlich nicht mehr und sind in der Lage, sich fast alles, was ihr Herz erfreut, selbst zu kaufen. Da driftet man schnell zu nutzlosen Alibigeschenken ab. Doch bevor man zu ekligen Krawatten und ziselierten Silberpokalen greift, sollte man eine andere Variante überlegen: Man kann sich zum Beispiel mit anderen Freunden oder Familienmitgliedern zu einer Geschenkgemeinschaft zusammenschließen. Dann übersteigt selbst ein DVD-Recorder oder ein neuer Fernseher nicht das eingeplante Budget. Oder man profitiert von der modernen digitalen Fotografie. Jeder, der einen digitalen Fotoapparat hat, verfügt über mindestens fünftausend Bilder des vergangenen Jahres. Da ist sicherlich der eine oder andere Schnappschuss drauf, der einen Rahmen verdient hat. Schnell in die Bildbearbeitung damit, dann noch einen passenden Bilderrahmen aussuchen und fertig ist ein schönes persönliches Geschenk mit Erinnerungswert. Wenn man es schafft, zwölf Bilder thematisch aneinander zu reihen, dann wäre auch ein persönlich gestalteter Kalender eine gute Idee. Aber nicht auf das 13. Bild (Titelfoto) vergessen! Die Anfertigung des Kalenders funktioniert innerhalb eines Tages bei einer Firma, welche auch Fotoausarbeitungen durchführt. Man nimmt einfach eine CD, Diskette oder das Speichermedium der Kamera mit den Bildern mit und kann den Kalender dann selbst im Geschäft zusammenstellen. Eine Foto-CD mit selbstgeschossenen Bildern aus dem Freundeskreis ist auch ein schönes und preiswertes Geschenk. Wenn man zu wenig fotografiert hat, kann man sich für nächstes Jahr vornehmen, fleißiger zu sein. Oder wie wäre es mit einem schönen Buch? Lesen kommt nie aus der Mode. Ein Besuch im Buchladen hat auch einen praktischen Nebeneffekt: Man findet sicherlich auch etwas, was man sich selbst schenkt. Oder wie wäre es mit Musik? Eine geschmackvoll ausgesuchte CD bereitet immer Freude oder man stellt aus verschiedenen bereits vorhandenen CDs einen persönlich zusammengeschnittenen Soundmix zusammen und stylt dazu ein individuelles Cover. Wenn man keine kommerziellen Zwecke verfolgt (bei Weihnachtsgeschenken eher unwahrscheinlich), ist das auch mit dem Copyright vereinbar. Und wenn es doch eine Krawatte werden soll, dann rate ich zu einem Designerstück. Guter Geschmack ist zwar teuer, aber kaufen kann man ihn trotzdem nicht... |
||