Steht der EU die Nagl-Probe bevor?

Würschtl


Wer unserem Bürgermeister Siegfried Nagl Glauben schenkt – und solche Leute gibt es – der darf sich auf das baldige Ende der EU freuen. Damit, dass die Türkei in Beitrittsverhandlungen mit Brüssel steht, ist seiner Meinung nach unser aller Schicksal besiegelt (oder eben benaglt). Seinen Worten zu Folge war „Graz immer das letzte Bollwerk eines westlichen Europas gegenüber der Türkei.“ Die Türkenkriege scheinen in seiner seltsamen Gedankenwelt noch immer nicht vorbei zu sein.

Nun – man mag über den Beitritt der Türkei zur EU meinen, was man will, aber eine solche Ausdrucksweise verursacht mir mittelschweren Brechreiz! Ich frage mich immer wieder, was dieses Würschtl eigentlich in der Politik verloren hat. Wenn er nicht gerade mit verbalen Missgriffen wie diesem unter Beschuss der Medien, der Opposition und sogar eigener Parteigenossen gerät, glänzt er nämlich durch schillernde Farblosigkeit.

Es ist wirklich beschämend, dass Graz als Menschenrechtsstadt einen solchen rechtslastigen Bürgermeister zu ertragen hat. Seine diskriminierenden Äußerungen gegenüber Homosexuellen klingen uns wohl noch allen in den Ohren. In fast jedem anderen westlichen Land hätte er sich dafür vor Gericht zu verantworten gehabt!

Lange wird seine politische Karriere wahrscheinlich eh nicht weitergehen, wenn er sich so in die Rue argumentiert. Da bleibt nur zu wünschen übrig, dass ihm sein hoffentlich baldiger Ausstieg aus der innenpolitischen Szene nicht mit einem Posten bei der EU versüßt werden wird, wie unserer zum-Glück-nicht-Präsidentin...

Text: Walter Rudich






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