Verlobungsgerüchte in schwedischer Königsfamilie:

Glanz und Gloria?


Wohl auch die Letzte aus der Riege der heiratsfähigen ThronfolgerInnen Europas scheint der neuen Unart zu erliegen, sich bürgerlich verehelichen zu wollen.

Prinzessin Victoria von Schweden hat schon seit längerer Zeit ihr königliches Auge auf Daniel Westling, einen leckeren Fitnesstrainer geworfen, welcher nunmehr seiner Allgemeinbildung ein anstrengendes Workout verpasst. Muss er doch als zukünftiger Prinzgemahl nicht länger gelangweilte Hausfrauen, sondern gekrönte Häupter und Diplomaten umgarnen. Ob in Zukunft tatsächlich Fitnessgeräte den schwedischen Thronsaal zieren werden, ist aber noch längst nicht raus... Aber wie heißt es so schön: Nix is fix, aber alles ist möglich. Das haben Letizia, Maxima, Mette-Marit und Mary schon unter Beweis gestellt. Und gerade die Schweden waren in dieser Beziehung ohnehin Vorreiter, denn Karl Gustav, Victorias Vater, hat Mitte der 70er Jahre eine deutsche Bürgerliche geehelicht, als Königs noch brav unter ihresgleichen die Ringe tauschten.

Woran liegt es eigentlich, dass die heiratsfähigen Kronprinzen und –prinzessinnen allesamt dem Charme der Bourgeoisie erliegen, anstatt ihr Bett mit standesgemäßem Adelsnachwuchs zu teilen? Nun – das könnte mehrere Gründe haben: Nicht thronfolgende Prinzen und Prinzessinnen fühlen sich weltweit eher zum Geld, als zur Krone hingezogen. Das ist ja kein Wunder – die wissen im Gegensatz zu den vom Prinzessinnenleben träumenden Bügersfrauen, was es wirklich bedeutet, einem König oder einer Königin hinterherzuschurln und sein Leben vom erbarmungslosen Hofmarschallamt verplanen zu lassen. Außerdem scheut der Hochadel neuerdings davor zurück, seine liebevoll verhätschelten Kinder in die Hände von überzüchteten und seelisch verwahrlosten Thronfolgern zu geben – das Debakel, welches Familie Windsor in den letzten Jahrzehnten angerichtet hat, sitzt allen noch in den Knochen. Also bleibt den Thronfolgern nichts anderes übrig, als sich im Genpool der arbeitenden Klassen zu bedienen.

Die einen freut es, neue Gesichter am glatten Hochadelsparkett zu sehen, die anderen sehen bereits das Menetekel an der Wand: Wenn die Stammbäume der herrschenden Häuser derartig verkommen, dann ist auch das Ende der strahlenden Monarchien nicht mehr weit! Aber auch das hat sein Gutes: Benötigten wir noch einen Weltkrieg, um dem spanischen Hofzeremoniell in Schönbrunn den Garaus zu machen, so werden sich die wenigen der politischen Evolution noch trotzenden Monarchien von selbst wegzüchten. Das wären dann zwei Fliegen mit einer Klappe: Ohne Königs und Co. würde auch die ekelerregende Yellow-Press in der Versenkung verschwinden, denn Hollywood allein füllt keine Ausgabe...

Text: Walter Rudich






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