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Tolles Festival:

Pink Wave 2008

 

(Pörtschach, 11.–14.09.2008). Das Wetter am Donnerstag, den 14.9. war prachtvoll als das ruhige Nachsaisons-Pörtschach plötzlich etwa 500 neue Gäste empfing. Ein rosa Banner über der Ortseinfahrt, rosa Fahnen in den Straßen, rosa Plakate in den Fenstern der meisten Lokale und Geschäfte ... Pörtschach war vorbereitet auf das Pink Wave, das von Communigayte, Kärnten Werbung und Wörtersee Tourismus erstmals am Wörthersee veranstaltete internationale Gay und Lesbian Festival. 

Während die Schwulen sich nach der Ankunft auf ihr Hotelzimmer zurückzogen, sich den Ort ansahen oder sich in ein Café setzten, ging für die Lesben schon der erste Programmpunkt los. Beim Welcome Speed Dating konnten sich die Teilnehmerinnen des Festivals näher kennenlernen. Ein vergleichbares Event für die männlichen Teilnehmer wäre zwar wünschenswert gewesen, blieb aber aus. Den Abend verbrachte man entweder auf der Almdudler Trachten Party oder (als Lesbe) in der Villa Christina bei Ladies Night Cocktails.

Die Trachtenparty in der entzückenden Villa Wörth setzte einen wunderbaren Anfangspunkt für das Festival und die DJs, die aus Berlin angereisten Drag-Queens welche zu den  Schirmherrinnen des ganzen Festivals wurden, und Stargast Miss Candy sorgten für gute Stimmung. Das Highlight des Abends, die Trachtenmodenschau und die Verlosung einer maßgeschneiderten rosa Lederhose, zogen sich aber ein wenig in die Länge, vor allem als die Jury – Miss Candy und Almdudler Chef Thomas Klein – beschloss, sich doch nicht entscheiden zu wollen und das Szepter der Wahl an die Gäste abzugeben.

Am Freitag trafen sich die Damen der Schöpfung zum Frühschoppen, während die Herren erstmal ausschlafen konnten. Tagsüber saß man im Pink-Wave Beach Club, traf sich um 16:00 als Schwuler zum Kaffee-Klatsch oder als Lesbe zur Schnitzeljagd und genoss das schöne Wetter, das erst gegen Abend schrecklich schlecht wurde: Wind und Regen vertrieben die FestivalteilnehmerInnen von den Straßen und die damit angebrochene Kälte drohte die Stimmung am restlichen Tag zu trüben. Doch die Veranstalter waren auch auf diese Eventualität vorbereitet und in der im Außenbereich des Congress Centers aufgebauten Lounge wurden für den Pink Wave Club Night noch Gasbrenner aufgestellt welche die Lounge auch bei den vorherrschenden herbstlichen Temperaturen benutzbar machten.

Die Club Night war mit ihren vielen Programmpunkten vielleicht etwas überfrachtet, aber DJs Simo, James und DJane Danny versetzten mit ihrem Dancefloor-Sound die Gäste in Tanzfieber und Ikeanna Benéy Amaechi – Drag Queen und grenzgeniales Whitney Houston Double – trug auch eifrig zur guten Laune bei.

Am Samstag war das Wetter endgültig am Tiefpunkt angelangt und der Herbsteinbruch ließ die angereiste SchwulLesbische Community vor Kälte erzittern. Dadurch wurde der Pink-Wave Beach Club ins Innere des Hausbootes an der Uferpromenade verlegt. Dort aber sorgte Moderator Christian Rosenzopf dafür, dass seinen Gästen bei Musik und Spielen wie „Catch the Gay Anthem“ (errate die Schwulenhymne anhand der ersten 0,5–1 Sekunden) nicht langweilig wurde. Das Get Together im Strandlokal Jilly fiel aber ganz deutlich unterkühlt aus, im Inneren fanden leider nur etwa 50 Gäste Platz und außen war es trotz der ausgegebenen babyblauen Fleece-Decken für echte Bequemlichkeit zu kühl.

Die Abendveranstaltung – die Pink Wave Boat-Cruise Party – war allerdings ein echter Erfolg. Mit rosa eingefärbten Wasserspielen vor Velden, einem Feuerwerk vor Maria Wörth und Club-Sounds war der Abend echt toll. Schade nur, dass nur für etwa 250 Gäste Platz am Schiff war und dass die DJs mit unangebrachten Witzen über Lesben durch den Abend führen mussten, da die Raumhöhe im Schiff für Drag Queens nicht ausreichend war. Die Gäste die nicht an der Bootsfahrt teilnahmen, trafen sich erneut im Hausboot wo, nachdem das Schiff wieder angelegt hatte, auch die restlichen Feiernden eintrafen.

Die programmtechnische Trennung zwischen Schwulen und Lesben wurde zumindest von vielen schwulen Teilnehmern als seltsam empfunden, zog sich aber bis auf die Abendveranstaltungen am Freitag und Samstag weitestgehend durch. Durch die fehlende Moderation ließen manche der Side-Events, wie zum Beispiel der Kaffee-Klatsch, etwas an Stimmung zu wünschen übrig. Die Abendveranstaltungen machten dies aber mehr als nur wett. Dass viele der Gäste an der Pink Wave Boat-Cruise Party nicht teilnehmen konnten, war etwas schade doch durch das Organisationsteam wurde mit der Party im Hausboot ein würdiges Gegenprogramm geboten.

Alles in allem kann man nur sagen, dass Michael Drescher und Jeffrey Wahl von Commuigayte ein wirklich tolles Festival auf die Beine gestellt haben, welches Gäste aus ganz Europa und sogar aus den USA und Thailand an den Wörthersee gezogen hat. Und auch wenn sich die senioren Nachsaisons-Gäste vielleicht manchmal etwas befremdet fühlten, es kam zu keinen Zwischenfällen und die Community kann sich jetzt schon auf das Pink Wave 2009 freuen.

 

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