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Opernhaus Graz

Wagner: Tannhäuser

Glanzvolle Dernière

(Graz, 29.11.2008). Vor sehr gut besuchtem Haus fand am 29. November die letzte Vorstellung der Tannhäuserserie statt.
Wie auch bei der Premiere dirigierte Dirk Kaftan mit viel Elan und Tiefgang das mit großem Engagement prächtig spielende Grazer Philharmonische Orchester, bereits die Ouvertüre stellte den ersten musikalischen Höhepunkt dar, und die hier erzeugte Spannung sollte den ganzen Abend nicht nachlassen; Kaftan schafft es, die großen Bögen zu halten und dennoch immer präzisest und detailverliebt zu sein, und natürlich hält er das Orchester so in Balance, dass nie das Blech zu laut wird, und schon gar nicht die Sänger zugedeckt werden; grandios wiederum die Durchstrukturierung und der Aufbau des so heiklen Finales des zweiten Aktes.

Von der Sängerriege der ersten Vorstellung übriggeblieben sind neben David McShane als Biterolf der prächtig dahinorgelnde Albert Pesendorfer als Landgraf, der die Titelpartie mehr als respektabel bewältigende John Treleaven, sowie Christiane Libor, die diesmal aber nicht die Venus, sondern die Elisabeth verkörperte, die ihrem jugendlich-dramatischen Sopran noch besser in der Kehle liegt: Eine tragfähige Mittellage, strahlende Spitzentöne, wundervolle Piani werden erst richtig zum Erlebnis durch ihren ausdrucksvollen und innigen Vortrag sowie durch ihr sehr engagiertes Spiel. Die Venus übernahm Heike Wessels mit sinnlich timbriertem und ausgesprochen höhensicherem Mezzo, als Hirt gab Lucia Kim eine beeindruckende Probe ihres Talents ab, ihre Wortdeutlichkeit ist bemerkenswert.
In der Sängerriege gab es ebenfalls einige Umbesetzungen: Auch wenn Juraj Hurny naturgemäß nicht mehr über die jugendliche Strahlkraft seines Rollenvorgängers verfügt, führt er als Walther doch souverän das Ensemble im ersten Akt an, Manuel von Senden und Konstantin Sfiris zeigen die Leistungsfähigkeit des Grazer Ensembles. Der größte Gewinn für die Aufführung ist aber zweifellos Jochen Kupfer als Wolfram: Ein männlich-markanter, in allen Lagen gleichmäßig ansprechender Bariton, der wunderbar zu legieren und modulieren vermag, grandios in seiner Schlichtheit und Entsagung das Lied an den Abendstern.
Großer Schlussjubel für alle.

Text: Wolfgang Würdinger




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