Opernhaus Graz. Wiederaufnahme:
Richard Strauss: Der Rosenkavalier
Weltklassebesetzung
(Graz, 21.03.2009). Bei der Wiederaufnahme von Richard Strauss’ Oper Der Rosenkavalier in der bereits vor etwas mehr als vier Jahren vielgepriesenen Inszenierung von Marco Arturo Marelli, der sich in Graz zusammen mit seinem Mitarbeiter Enrico de Feo der Neueinstudierung angenommen hat, kamen neben den Vorzügen der Regie (gundl.at berichtete) vor allem die musikalischen zum Tragen, und verschmolzen so das Ganze zu einer beinahe ideal zu nennenden Einheit.
Johannes Fritzsch ließ das Grazer Philharmonische Orchester, wenngleich nicht immer sehr wienerisch, was ihm am Schluss auch einige Buhs einbrachte, aber doch beschwingt und transparent, und vor allem im Blech recht zurückgenommen und sängerfreundlich musizieren.
Neu auf der Besetzungsliste war der Ochs von Peter Rose: So humorvoll kultiviert, rhythmisch präzise und differenziert in Spiel und Gesang wird diese Rolle nicht oft dargeboten, stimmlich bewältigt Rose die so schwierige Partie souverän und zeigt sich auch in der Aussprache bis auf kleinere Ausrutscher idiomatisch. Neu auch Marlin Miller als Sänger mit strahlenden Spitzentönen. Geert Smits gibt wiederum mit kräftigem und klangschönem Bariton einen durchaus selbstbewussten und kaum larmoyanten Faninal. Als Polizeikommissar verströmt Wilfried Zelinka Autorität, Manuel von Senden brilliert als Valzacchi, diesmal assistiert von Fran Lubahn als köstlich wandlungsfähiger Annina. Sonia Zlatkova stellt unter Beweis, dass die Leitmetzerin, wenn so gut gesungen wie von ihr, eine wichtige Partie ist.
Unverändert blieb die Besetzung der drei weiblichen Hauptrollen: Der etwas dramatischer gewordene und vor allem in den Höhen immer strahlkräftige Sopran von Margareta Klobučar passt sehr gut zur szenischen Darstellung der Sophie als junger Frau, die genau weiß, was sie will, bzw. nicht will. Stephanie Houtzeel wird stimmlich in allen Lagen durchschlagskräftig und schauspielerisch flexibel sämtlichen Facetten des Octavian gerecht. Neben Peter Rose den meisten Schlussapplaus erhielt jedoch Ann Peterson als Feldmarschallin: von Anbeginn leicht resignierend zeichnet sie ein faszinierendes Porträt dieser großartigen und weisen Frau und zieht das Publikum so in den Bann, dass während ihrer Monologe im ersten Akt kein Muckser zu vernehmen ist, mühelos überstrahlt sie das Orchester (Ich hab ihn nicht einmal geküsst) und setzt einen wunderbar modulierten Pianoton auf da drin ist die silberne Rose. Mit dementsprechender Autorität weist sie im dritten Akt den Ochs in seine Schranken und führt souverän das finale Terzett an, grandios.
Folgevorstellungen:
29. März
1., 4., 9. und 19. April
6., 8., 14. und 17. Mai
Text: Wolfgang Würdinger






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