Tanz Graz:
Grazer Tanz-Premieren-Special
(Graz, 6.6.2009). Den Donnerstag, 18. Juni, sollte sich jeder Tanzfan rot im Kalender anstreichen. Gleich zwei Premieren stehen auf dem Grazer Tanzprogramm: „HEAT“, die letzte Tanzproduktion des Balletts der Grazer Oper unter der Leitung von Darrel Toulon, sowie „Uprising / In your rooms“, getanzt von der Hofesh Shechter Company, auf den Kasematten.
Die beiden Premieren finden zeitlich versetzt statt, so dass der Besuch beider Premieren bequem möglich ist, und werden zum „Premieren-Special“-Preis von 25,- € verkauft.
Grazer Premieren-Special am Donnerstag, 18. Juni
„HEAT“, Ballett der Grazer Oper
Probebühne Schauspielhaus, 19:00 Uhr
„Uprising / In your rooms“, Hofesh Shechter Company
Kasematten, 21:00 Uhr
Tickets für das Grazer Premieren Special
€ 25,- Erwachsene (Paketpreis für beide Premieren)
€ 12,- Schüler und Studenten (Paketpreis für beide Premieren)
HEAT
Das Ballett der Grazer Oper unter Darrel Toulon zeigt zum Abschluss seiner Saison einen zweiteiliger Tanzabend mit Choreographien von Cathy Marston und Katrín Hall.
Zwei aufregende junge Choreographinnen wurden von Ballettdirektor Darrel Toulon eingeladen, sich zu einem vorgegebenen Thema mit den Tänzern des Grazer Opernballetts auseinanderzusetzen: HEAT.
Cathy Marston
Cathy Marston, mit dem Titel „Heat“ konfrontiert, fühlte sich erinnert an ein 15-Minutenprogramm, das sie vor ein paar Jahren unter dem Titel „Dust“ kreiert hatte. Dieses Stück – es handelte sich mehr oder weniger um eine Zweipersonensequenz – dient ihr nun als Basis. Aus einem Paar sind vier Duettpaare geworden und unter dem Namen „Ashes“ geht es um das Zerbrechen von Beziehungen.
Für Cathy Marston geht das Ende einer Partnerschaft durch fünf Phasen, denen sie in ihrem Einakter Ausdruck verleihen will. Beispielsweise ortet sie „Gas“ in einer Beziehung, kurz bevor es zum Bruch kommt: „Man kann sich nicht mehr riechen.“ Die Auseinandersetzungen werden härter, die Verletzungen hinterlassen vermodernde, dampfende Verbindungsstränge, schließlich ist man ausgebrannt und kann nicht mehr. Zuletzt mündet der Kampf in einer ausgleichenden, versöhnenden Zeit, von der Beziehung jedoch bleiben nur „Ashes“ – Asche.
Als Soundtrack verwendet die Choreographin Musik von Dave Maric, die eigens für diese Produktion geschrieben wurde.
Katrín Hall
Katrín Hall hält nicht viel von genauen Schilderungen der eigenen choreographischen Kreationen. Vielmehr ist ihr Anliegen, das Publikum zu individueller Sichtweise aufzufordern. Die Sprache der Körper lässt unterschiedliche Interpretationen zu: Nichts ist falsch und auch nichts richtig. Daher ist es der Choreographin manchmal ein besonderes Vergnügen, sich im Anschluss an eine Vorstellung von den Auslegungen der Zuschauer überraschen zu lassen.
Anders als bei vielen anderen Arbeiten ist durch den von Ballettdirektor Toulon vorgegebenen Titel „Heat“ ein Rahmen gesteckt. Der erste Gedanke, der ihr zu diesem Thema einfiel, war das Wort „Energie“. Von diesem Begriff ausgehend will sie nun mit den Tänzern alle Arten von Energie ausforschen. Zum Beispiel ist ihr der Kontakt mit dem Boden sehr wichtig. Viel Energie kommt aus dem Boden. Wie sich auch eine Wand als entscheidendes Spielmittel entpuppt, eine zusätzliche Dimension eröffnet. Katrín Hall empfindet überhaupt den Raum als besonderen Quell ihrer Inspiration.
Gemeinsam mit den Tänzern, den Menschen hinter den Tänzern, versucht sie herauszufinden, wie sie sich im Raum und mit dem Raum verhalten. Ist es vorstellbar, einen Ort zu verlassen, der einen wie eine „Komfortzone“ beschützt? Stellt man sich dem Wagnis, woanders hinzugehen, ohne zu wissen, was einen erwartet? Das Brechen von Regeln, das Aufbrechen gewohnter Muster ist gleichzeitig Suche auf dem Weg nach Freiheit.
Der ständige Dialog zwischen ihr und den Tänzern ist Teil der Arbeitsweise der Künstlerin. Sie ist an den Tänzern als Partnern interessiert und weiß zu Beginn der Probenzeit nicht, wo die Reise hinführt, wie das Ergebnis aussehen wird. Im Dialog erforschen Tänzer und Choreographin das Thema. Und diese offenen, kollektiven Kreationen versucht Katrín Hall schließlich, im Sinne ihrer eigenen Ästethik zu formen.
Die unterlegte akustische Begleitung stammt zum Großteil von Frank Hall, dem Bruder der Choreographin, zwei Nummern sind der CD „Fordlandia“ des isländischen Komponisten Jóhann Jóhannsson entnommen.
HEAT
Premiere: 18. Juni 2009, 19.00 Uhr, Probebühne des Schauspielhauses
Weitere Termine: 20.6., 24.6., 26.6., 28.6., jeweils 20.00 Uhr
Tickets
€ 15,- Erwachsene
€ 8,50 Schüler & Studenten
0316 / 8000
www.buehnen-graz.com
Hofesh Shechter in Graz
Die Arbeiten des israelischen Choreografen und Tänzers Hofesh Shechter sind echte Publikumsmagnete: Zuschauer rund um den Globus sind fasziniert von seiner ganz eigenen, zuweilen eigenwilligen Tanzsprache. Seit 2004 arbeitet Shechter für „The Place“, das wichtigste britische Zentrum für zeitgenössischen Tanz in London und sorgt mit seinen Stücken nicht nur in der dortigen Tanzszene für einiges Aufsehen. (Kurier)
„Schon lange nicht mehr derart energiegeladenen Tanz gesehen wie von Hofesh Shechter, der seine TänzerInnen ebenso in Atem hält wie das Publikum. Hier ist offensichtlich ein Besessener am Werk, ein riesiges Talent, denn er versteht es auch, seine originellen Bewegungsexplosionen in dramaturgisch kluge Stücke zu packen. Seine Tanzsprache erscheint roh und ungeschliffen, und ist trotzdem elegant und überaus attraktiv. Wenn sich der Körper in schmerzlichen Verrenkungen windet oder die Gruppe zu Dancefloor Moves ansetzt, hat das bei Shechter einen Grund - denn Grundtenor seiner Stücke ist der Konflikt, die Unmöglichkeit (?) des friedlichen Zusammenlebens.“ (Edith Wolf Perez)
The Art of not looking back
Montag, 15. Juni, 20:00 Uhr, Dom im Berg
Dienstag, 16. Juni, 20:00 Uhr, Dom im Berg
Uprising / In your rooms
Donnerstag, 18. Juni, 21.00 Uhr, Kasematten
Freitag, 19. Juni, 20.00 Uhr, Kasematten
Tickets für 15., 16., 18. und 19. Juni:
€ 15,- Erwachsene
€ 7,- Schüler & Studenten
0316 / 8008 - 9000
www.spielstaetten.at
grazer@spielstaetten.at


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