Opernhaus Graz.
Puccini: Madama Butterfly
Geglückte Wiederaufnahme
(Graz, 27.09.2009). Tecwyn Evans stellte sich in seiner Funktion als 1. Kapellmeister und Stellvertretender Chefdirigent dem Grazer Publikum vor und überzeugte restlos. Mit klarer Zeichengebung führte er das hörbar spielfreudige Grazer Philharmonische Orchester durch die Partitur und erwies sich als idealer Puccinidirigent; mit viel Italianità, hier einem Rubato, dort einem Sforzato, Ritardando oder Decrescendo gestaltete er die Butterfly sehr nuancenreich, die Steigerungen großartig aufbauend und doch nie ins Sentimentale abgleitend, gleichzeitig war er den SängerInnen ein in jedem Moment hilfreicher Partner. Eine vom das Haus leider nicht ganz füllenden Publikum heftig akklamierte Leistung.
Trotz nur weniger Proben fügten sich die Neuen mustergültig in die noch immer Maßstäbe setzende Inszenierung von Dietmar Pflegerl ein: Oksana Dyka und Ulrikel Helzel bilden ein tolles Gespann als Cio-Cio-San und Suzuki: Erstere mit stellenweise beinahe schon zu üppigem, jugendlich dramatischen und in allen Lagen leuchtenden Sopran und wohldosierter Dramatik, zweitere mit wunderschönem Mezzo und etwas weniger Unterwürfigkeit als oft zu sehen. Die Entdeckung des Abends war für uns aber der junge Tenor Maxim Aksenov: blendend aussehend spielt er glaubwürdig im ersten Akt den munteren Draufgänger ebenso wie im dritten die Verzweiflung darüber, was er angerichtet hat. Seine virile Tenorstimme verfügt über eine tragfähigen Mittellage und schwingt sich technisch sicher mühelos in die hohen Regionen auf, dazu kommt eine tadellose Beherrschung des Italienischen
Wie schon bei der Premiere geben Giovanni Meoni mit sonorem Bariton einen väterlich mahnenden Konsul, Manuel von Senden einen intriganten Goro und Konstantin Sfiris einen furchterregenden Onkel Bonzo.
Folgevorstellungen:
9., 14., 17. und 20. Oktober
Text: Wolfgang Würdinger





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