Opernhaus Graz.
Prokofjew: Die Liebe zu den drei Orangen
Umjubelte letzte Vorstellung
(Graz, 06.06.2009). Wer hätte sich gedacht, dass Sergej Prokofjews heiteres und dennoch tiefsinniges Meisterwerk ein derartiger Erfolg werden könnte. Nach der bereits sehr gut besuchten und von Presse und Publikum einhellig akklamierten Premiere (gundl.at berichtete) waren alle weiteren Vorstellungen ausverkauft, und auch vor der von uns besuchten Dernière am 6. Juni bildete sich an der Abendkasse eine lange Schlange.
Diese letzte Vorstellung stellte wieder einmal die Leistungsfähigkeit des Hauses unter Beweis: Zu den bereits angekündigten fünf Umbesetzungen gesellte sich noch eine sechste, da die Sängerin der Prinzessin Nicoletta kurzfristig erkrankt war und szenisch durch Christiane Lutz, sowie sängerisch durch Sonia Zlatkova ersetzt wurde. Lucia Kim gestaltete nach der Smeraldine nun die Prinzessin Ninetta und entledigte sich ihrer neuen Aufgabe mit schöner Stimme, Wortdeutlichkeit und großer Spielfreude. Von letzterer wurde auch ganz besonders Martin Fournier als Truffaldino erfasst, noch dazu sang er vorzüglich und zog somit mühelos das Publikum in seinen Bann. Auch wenn es ihm an einigen wenigen Stellen an der letzten Durchschlagskraft mangelt, ist doch Finnur Bjarnason mit seinem klaren lyrischen Tenor, den er nuanciert einsetzt, ein ganz hervorragender Prinz. Vom hauseigenen Nachwuchs bewährte sich Sieglinde Feldhofer als quirlige und schönstimmige Smeraldine bestens.
Marius Burkert dirigierte mit Schwung und Präzision und führte die SolistInnen, den auch diesmal wieder brillanten Chor und das sehr spielfreudige Grazer Philharmonische Orchester sicher durch den Abend.
Text: Wolfgang Würdinger







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