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Stadttheater Baden

Lehár: Das Land des Lächelns

Herz und Schmerz

(Baden, 22.10.2010). Wenngleich sich das Badener Stadttheater vor allem mit Aufführungen selten gespielter Werke der Operettenliteratur einen Ruf erworben hat, so erreichen doch auch die Inszenierungen des Standardrepertoires beachtliche Qualität.

Zur Saisoneröffnung wurde Franz Lehárs seit mehr als achtzig Jahren auf den Bühnen der ganzen Welt beliebtes und vielgespieltes Land des Lächelns ausgewählt, und nahm sich Hausherr Robert Herzl der Regie an. Im funktional -ästhetischen Einheitsbühnenbild seines kongenialen Partners Pantelis Dessyllas, der auch für die wunderschönen Kostüme verantwortlich zeichnet, spielt daher der erste Akt nicht in Wien, sondern in der österreichischen Gesandtschaft in Peking, was den stringenten Ablauf der Handlung aber nicht beeinträchtigt. Herzl setzt auf die bewährte Mischung aus Herz, Schmerz, Schmäh und natürlich typgerechter präziser Personenführung. Unterstützt wird er hierbei von einem vorwiegend jungen Team: Barbara Payha ist als Lisa weniger Operettendiva denn glaubhaft liebende und leidende junge Frau mit schlankem und höhensicherem Sopran, Matjaž Stopinšek ein in allen Lagen strahlender Sou-Chong mit großer Piano- und Legatokultur und perfektem Deutsch; stark aufgewertet und mit einem gewissen Tiefgang versehen wird das Buffopaar durch Jasmina Sakr als quirlige Mi mit junglyrischem Sopran und dem eleganten Reinhard Alessandri, den man stimmlich ohne weiteres auch als Sou-Chong besetzen könnte. Köstlich selbstironisch und pointensicher gibt Tibor Szolnoki den Obereunuchen, in den Sprechrollen bewähren sich bestens Paul Schmitzberger und Ulli Fessl als Lisas Vater bzw. Tante sowie Franz Josef Koepp als Onkel Tschang.
Aufgewertet auch das Ballett (Choreographie Mátjás Jurkovics), das bereits beim Orchestervorspiel seinen ersten Auftritt hat, zu sämtlichen Zwischenspielen tanzt und im zweiten Akt sehr präzise, schwungvoll und elegant Lehárs wohl bekanntesten Konzertwalzer Gold und Silber als Einlage präsentiert.
Präzise, schwungvoll, animiert und fein differenziert spielt auch das Orchester unter der kompetenten Leitung seines Chefdirigenten Franz Josef Breznik, der immer sängerfreundlich und mit wohldosiertem Rubato seines Amtes waltet.

Folgevorstellungen:
23., 28., 30. und 31. Oktober
4. 6., 7., 13., 25. und 26. November

Text: Wolfgang Würdinger




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