Opernhaus Graz
Klavierabend Daniel Barenboim
Alles Schubert
(Graz, 21.10.2011). Anlässlich der Verleihung des Menschenrechtspreises der Karl-Franzens-Universität, für den er sich in einer sehr persönlich gehaltenen, launig begonnenen und ernst endenden Ansprache bedankte, fand Daniel Barenboim, der erfreulicherweise trotz seiner weltweiten Aktivitäten als Konzert- und Operndirigent sein ursprüngliches Metier, nämlich das Klavierspiel, nicht vernachlässigt, nun auch seinen Weg nach Graz und präsentierte ein reines und nicht ganz unpopuläres Schubertprogramm, die Vier Impromptus, D 935 sowie die große Sonate A-Dur, D 959. Völlig unprätentiös ist sein Klavierspiel, er arbeitet einerseits unter Ausnützung aller dynamischen Möglichkeiten ganz klar die Strukturen jedes Stückes heraus, lässt aber andererseits die vielen Melodien aufblühen, und dort, wo es auch virtuos zugehen darf, zeigt er, wie schön er es zu perlen versteht, somit eine keineswegs nur am Notentext klebende, jedoch nie zu sentimental werdende und immer sehr persönliche Interpretation. Dank seiner langjährigen Bekanntschaft mit unserer Intendantin dürfen wir auf ein erneutes Auftreten in Graz hoffen.
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