Opernhaus Graz
Erste Internationale Tanzgala
(Graz, 11.9.2009). Obwohl der Vorverkauf eher schleppend gelaufen war, erwies sich das Haus am Abend selbst als gut besucht, und keiner der Anwesenden dürfte diesen Besuch bereut haben, denn es wurde hochkarätiges Tanztheater geboten, einerseits vom Grazer Ballett selbst, das brillant und ausdrucksvoll Ausschnitte aus den Erfolgsproduktionen der letzten Spielzeiten bot (Schwanentrilogie, Heat, Bad Animals und Antonius und Cleopatra), andererseits von den vom Ballettdirektor Tarrel Doulon charmant und informativ anmoderierten Gästen: Natalia Hoffmann und Olexander Zhemborovskyy vom niederländische n Het Nationale Ballet boten einen elegischen Pas de deux zu Wie lange noch von Kurt Weill, von der Dortmunder Companie liebten und litten Monica Fotescu-Uta in der Balkonszene aus Prokofjews Romeo und Julia, die freischaffende Myrna Kamara tanzte technisch souverän und stark im Ausdruck die für sie von Renato Zanella kreierte Version von Ravels Bolero, unsere Nachbarn aus Maribor boten einen Ausschnitt aus Prêt-à-porter von Edward Clug, der Lust auf mehr machte, und als Höhepunkt des Abends kann zweifelsfrei der ironisierende Pas de deux aus Herman Schmerman von William Forsythe, souverän dargeboten von Nadja Saidakova und Noah D. Gelber gewertet werden.
Ein Abend also, der eine schöne Übersicht der aktuellen internationalen Tendenzen bot und wohl eine Neuauflage verdienen würde.
Text: Wolfgang Würdinger



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