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Der Wahlkampf geht in die heiße Phase

Von Sachthemen unbehelligt

Der Wahlkampf geht in die heiße Phase. Es dauert nicht einmal mehr vier Wochen, bis die Österreicher an die Urnen strömen und sich eine neue Bundesregierung zusammenwählen werden. Von dieser heißen Stimmung habe ich allerdings noch nicht viel bemerkt. Außer, dass die Wahlplakate immer doofer werden, tut sich ziemlich wenig. Wer weiß – vielleicht sitzen unsere Spitzenpolitiker irgendwo und machen sich einen schönen Spätsommer.

Irgendwie kann ich das auch verstehen, denn die haben sicher was besseres zu tun, als irgendwelchen vertrottelten Staatsbürgern die Hände zu schütteln. Das Stimmvieh geht ohnehin zur Wahl und wird sich wohl auch den richtigen Schlächter suchen. Die Politiker haben mit ganz anderen Problemen zu kämpfen: Gusenbauer lässt sich wahrscheinlich wieder mal die Haare färben, um es dann – darauf angesprochen – abzustreiten, Schüssel sitzt wieder beim Schönheitschirurgen und lässt sich zum fünften Mal die Lippen verschmälern, Strache ist auf der Suche nach noch blaueren Kontaktlinsen, Westenthaler macht – wie üblich – außer blöd zu schauen gar nichts und Van der Bellen – ach Gott – lebt der überhaupt noch?

Auf den Ausgang der Wahl darf man jedenfalls sehr gespannt sein. Einen dermaßen unattraktiven, von Sachthemen unbehelligten Wahlkampf hatten wir schon lange nicht mehr. Da kann man wirklich nur auf den 1. Oktober warten und sich überraschen lassen, von welcher Partei die Mehrheit der Österreicher am wenigsten angewidert ist.

Vielleicht wird es auch gar nicht so schlimm werden. Ein Blick nach Deutschland macht dies klar: die werden von einer seltsamen Frauensperson regiert, müssen eine empfindliche Mehrwertsteuererhöhung über sich ergehen lassen, sind nicht Fußball-Weltmeister geworden und leben trotzdem noch. Und verglichen mit unseren deutschen Nachbarn waren wir Österreicher immer schon fähig, einem größeren Leidensdruck standzuhalten. So beträgt unsere Mehrwertsteuer schon seit über 2 Jahrzehnten 20%, hässliche Frauen mit schlechten Frisuren sind aus unserem politischen Geschehen schon lange nicht mehr wegzudenken (Ferrero-Waldner-Dutt, Gehrerwelle, Feldgrill-Zankl-Betonhelm) und unser Fußballgeschehen findet neuerdings nicht mehr am Feld, sondern vor dem Konkursrichter statt.

Ich bin mir sicher, dass uns das Wahlergebnis nicht sonderlich erschüttern wird. Wir sind Tragödien gewohnt.

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