Diese Seite drucken

Die Sachzwänge der Natur:

Sex und Essen

Ich liebe Sachzwänge. Sie bringen selbst ein faules Aas wie mich dazu, was zu tun. Nun – es gibt natürlich auch unangenehme, denen man nicht so gerne nachkommt. Wer zum Beispiel freut sich schon über offene Rechnungen … Aber es gibt auch Sachzwänge, denen man nur zu gerne nachgibt … und das sind nicht jene, welche unserer Zivilisation entspringen (Rechnungen begleichen, aufräumen, ungeliebte Jobs verrichten etc.), sondern all jene, die sich Mutter Natur für uns ausgedacht hat!

Da wäre mal die unumgängliche Nahrungsaufnahme: Essen muss jedeR – auch wenn so mancheR das nicht wahr haben will. Aber früher oder später entdecken wohl alle von uns die angenehme Seite des immer wiederkehrenden Hungergefühls: Es geht nicht darum, sich zur Sättigung irgend einen Fertigmampf hineinzustopfen, sondern den sich durch knurrenden Magen ankündigenden Sachzwang zu essen, adäquat – also mit Stil – zu befriedigen. Wer kochen kann oder einen guten Koch zur Hand hat (man muss ja nicht alles selber machen), weiß wie das geht. Nähere Erläuterungen kann ich mir wohl sparen … Fazit: Essen macht Spaß! Und das ist gut so! Schließlich ist der Genuss eines mit Liebe zubereiteten Mahls ein sinnliches Vergnügen. Das weiß man ohnehin schon seit Menschengedenken – woher käme sonst das Sprichwort: „Liebe geht durch den Magen“?

Und damit ist auch die Brücke zu einem viel delikateren Sachzwang geschlagen: Das ist der ziemlich üppige Themenkreis der Fortpflanzung, welcher von uns gleichgeschlechtlich Liebenden zwar etwas abgewandelt, aber doch den ursprünglichen Prinzipien folgend, praktiziert wird. Zwar ist es nicht so gefährlich, mit dem Sex aufzuhören, wie das Essen einzustellen, aber jeder der entweder das eine oder andere schon mal probiert hat, wird mir zustimmen, dass beides auf Dauer zu heftigen Verklemmungen und gesundheitlichen Schäden führt.

Also: Auch Sex ist ein absolutes Muss! Und wie das obige Beispiel zeigt, scheinen die beiden Dinge auch auf anderer Ebene verwandt zu sein … Mir ist zum Beispiel aufgefallen, dass Menschen, die Essen nur als Nahrungsaufnahme betrachten, jämmerliche Liebhaber sind. Dieses Argument funktioniert auch in contrario (im Umkehrschluss): Wer gutes Essen schätzt und bei Tisch ordentlich zugreift, weiß auch bei intimen zwischenmenschlichen Kontakten, wo er hinlangen muss. Oder: Wer gut im Bett ist, muss auch ordentlich gefüttert werden.

Das wäre ein Lösungsansatz für die von mir aufgeworfenen Fragen in meinem Artikel Vorsicht Falle! schlechter Sex!. Also nicht gleich in die Kiste, sondern erst einmal zusammen essen und die Lage genau beobachten! Das hört sich ja sehr praktikabel an … aber trotzdem läuft die Sache meistens umgekehrt … Na auch wurscht! Das Essen kann man ja nachholen und auf diese Weise überprüfen, ob die alte Fudel Recht hat …

Text:




Kommentare

Einen Kommentar hinzufügen

This is a captcha-picture. It is used to prevent mass-access by robots. (see: www.captcha.net)
Code im Bild:
Name(*):
E-Mail:
Webseite:
Kommentar(*):