Amerikaner sind cooler:
Jämmerliche Österreicher
Der Skizirkus hat wieder begonnen. Nach dem Gletscherauftakt in Sölden mussten wir ein paar Wochen warten und jetzt geht es wieder voll los. Und welche Freude – es ist wieder spannend geworden. Zwar sind die Österreicher ziemlich jämmerlich unterwegs, aber das hat auch seine Vorteile:
Die Amerikaner sind viel cooler – und selbst, wenn sie nicht gewinnen, sind sie guter Laune. Daron Rahlves wusste nicht einmal, dass er mit seinem zweiten Platz im Riesentorlauf die Führung im Weltcup übernommen hatte. Der hat sich einfach über sein gutes Ergebnis gefreut und nicht mit Weltcuppunkten herumgekramt. So unbefangen geht der an die Sache heran. Ich vergleiche seinen Habitus da mit Hermann Maier, der letzte Saison über einen zweiten Platz nur verächtliche Worte fand.
Irgendwie kommt mir es vor, als ob unsere einheimischen Skistars sowohl auf der Piste, als auch beim Interview nur krampfen. Spaß scheinen die an ihrem Job überhaupt keinen zu haben. Klar, dass der Erfolgsdruck groß ist, wenn man einem so mächtigen Kader angehört wie dem Österreichischen Nationalteam – aber wie fad wären die verschiedenen alpinen Bewerbe denn, wenn immer ein österreichisches Triumvirat das Stockerl bevölkern würde? Was ist denn so schlimm dran, sich ab und zu mal neidlos einzugestehen, dass andere besser sind, als man selber?
Bode Miller oder Daron Rahlves haben damit keine Probleme. Wenn es für sie gut läuft, freuen sie sich und wenn nicht, dann machen sie auch keine verzagten Gesichter. Deswegen sind mir die Sieger von Beaver Creek auch so sympathisch. Es ist viel erfrischender, den Amerikanern beim Siegen zuzusehen, als den Österreichern! Da belasten mich keine patriotischen Gefühle.
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